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KomNet-Wissensdatenbank

Frage zum Thema Warnkleidung beim Winterdienst und Straßenunterhaltung.

KomNet Dialog 9939

Stand: 24.02.2010

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Beschaffung und Bereitstellung von PSA

Dialog
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Frage:

Den Mitarbeitern eines städtischen Bauhofs werden neongelbe Fleecejacken mit Reflektorstreifen zur Verfügung gestellt. Sie erhalten keine Hosen (es werden sogar private Hosen getragen, nicht einmal von der Stadt gestellte Hosen ohne Warnfunktion). Die Mitarbeiter machen alle Tätigkeiten, die üblicherweise von Bauhofmitarbeitern durchgeführt werden (Grünpflege, Straßenunterhaltung, Winterdienst...) Welche Kleidung sollte Mindestvorgabe sein? Zum Teil heißt es, es dürfte gelb, orange-rot und rot sein, zum Teil heißt es dann aber, dass nur orange-rot zulässig sei. (Wenn es um Sicherheit geht, darf das kein Argument sein, da aber orange häufig mit Müllabfuhr gleichgesetzt wird, bevorzugen Mitarbeiter häufig eine andere Farbe z.B. gelb. Warum soll dies nicht ausreichend sein?). Wenn u.a. die Sichtverhältnisse schlecht sind bzw. sein können (was man beim Winterdienst wohl sagen kann (Dunkelheit, Schneegestöber etc.)), muss die Kleidung Klasse 3 entsprechen. Wenn ich die Tabellen/Schaubilder richtig verstehe, genügt eine Jacke mit langen Ärmeln der Klasse 3. Verstehe ich das wirklich richtig? Eine zusätzliche Hose ist nicht (zwingend) erforderlich?

Antwort:

Gemäß Verwaltungsvorschrift zu § 35 (6) der Straßenverkehrsordnung - StVO (http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm#ivz32) muss die Hintergrundfarbe von Warnkleidung für Personen, die diese im öffentlichen Straßenverkehr tragen, fluoreszierendes Orange-Rot oder fluoreszierendes Gelb sein. Siehe hierzu auch die Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen - RSA 95 und Abschnitt 4 der BGI/GUV-I 8591 - Warnkleidung.

Was die Klassenzuordnung der zu tragenden Warnbekleidung anbelangt, so ist diese grundsätzlich auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz durchzuführen. Eine Handlungshilfe liefert o. g. BG-Info: Lt. Abschnitt 5 wird Klasse 2 für "Arbeiten an Straßen mit ausreichenden Sichtverhältnissen und geringer Verkehrsbelastung und Geschwindigkeiten bis ca. 60 km/h" empfohlen. Klasse 3 wird empfohlen für "Arbeiten an Straßen mit schlechten Sichtverhältnissen oder großer Verkehrsdichte oder Geschwindigkeiten von ca. 60 km/h und darüber."

Eine Hose ist nicht zwingend erforderlich. Es müssen nur - je nach Bekleidungsklasse nach DIN EN 471 - bestimmte Mindestflächen an Hintergrund- und retroreflektierendem Material auf der Warnkleidung vorhanden sein. Beispielsweise muss Warnkleidung, die der Klasse 3 genügen soll (neben bestimmten fotometrischen Mindesteigenschaften) eine Mindestfläche an Hintergrundmaterial von 0,80 und an retroreflektierendem Material von 0,20 Quadratmetern aufweisen. Eine hüftlange Jacke kann diesen Anforderungen bereits genügen, ohne dass zusätzlich eine Warnhose angezogen wird.