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Muß der Stellvertreter eines Strahlenschutzbeauftragten über die gleiche Ausbildung (Lehrgang nach Strahlenschutzverordnung) verfügen wie der Strahlenschutzbeauftragte selbst?

KomNet Dialog 8151

Stand: 11.09.2015

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Fachkunde im Strahlenschutz

Dialog
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Frage:

Muss der Stellvertreter eines Strahlenschutzbeauftragten über die gleiche Ausbildung (Lehrgang nach Strahlenschutzverordnung) verfügen wie der Strahlenschutzbeauftragte selbst? Können sich Strahlenschutzbeauftragte aus verschiedenen Bereichen gegenseitig vertreten?

Antwort:

Beim genehmigungs- und anzeigebedürftigen Betrieb von Röntgeneinrichtungen und Störstrahlern nach Röntgenverordnung (RöV) und beim Umgang mit radioaktiven Stoffen nach Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) sind zur Leitung, Beaufsichtigung und eigenverantwortlichen Durchführung Personen erforderlich, die eine für den jeweiligen Anwendungsbereich notwendige Fachkunde erworben haben.

Die Fachkunde wird in der Regel durch eine für den jeweiligen Anwendungsbereich geeignete Ausbildung, praktische Erfahrung und die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kursen erworben. Die Ausbildung ist durch Zeugnisse, die praktische Erfahrung durch Nachweise und die erfolgreiche Kursteilnahme durch ein Zertifikat des Veranstalters zu belegen. Dieses Zertifikat gilt nicht als Fachkunde-Nachweis. Stattdessen ist eine Bescheinigung der zuständigen Stelle erforderlich, welche den Erwerb der Fachkunde prüft. In Nordrhein-Westfalen werden diese für den technischen Bereich zentral durch das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung ausgestellt. Für den (human-, zahn, tier-) medizinischen Bereich sind die jeweiligen Ärztekammern (www.aekwl.de, www.aekno.de)  zuständig.

Werden Strahlenschutzbeauftragte nach der Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung bestellt, so sind deren Aufgaben und innerbetrieblicher Entscheidungsbereich schriftlich festzulegen. Falls der Strahlenschutzverantwortliche keinen Strahlenschutzbeauftragten bestellt, muss er selbst die erforderliche Fachkunde besitzen und nachweisen. Auch die zur Vertretung bestellten Personen müssen schriftlich bestellt werden und die für den jeweiligen Anwendungsbereich notwendige Fachkunde erworben haben. Die Aufgaben und Entscheidungsbereiche können auch über einzelne Betriebsbereiche hinaus bei der Bestellung festgelegt werden. Eine Vertretung muss zeitlich und örtlich möglich sein.

Die bestellten Personen sind mit den Unterlagen der Fachkunde und der Bestellung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde (in NRW die Bezirksregierungen, Dezernat Strahlenschutz) anzuzeigen (§ 13 Abs.5 RöV, § 31 Abs.4 StrlSchV).