KomNet-Wissensdatenbank
Verbleibt nach dem Abschalten eines Linearbeschleunigers eine Reststrahlung im Raum?
KomNet Dialog 731
Stand: 17.02.2026
Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Röntgeneinrichtungen, Störstrahler
Frage:
Übliche medizinische Linearbeschleuniger arbeiten mit Energien im Bereich von bis zu etwa 15 MeV. Verbleibt nach dem Abschalten einer solchen Beschleunigers im Raum eine Reststrahlung?
Antwort:
Ja, es kann eine geringe Reststrahlung auftreten. Diese Reststrahlung tritt aber nur unter bestimmten Bedingungen auf und sie klingt direkt ab. Medizinische Linearbeschleuniger erzeugen Photonenstrahlung meist im Bereich von 6 bis 15 MeV. Ab etwa 8 MeV können Photonen in bestimmten Materialien Photonukleareffekte auslösen. Dabei werden in Bauteilen des Beschleunigers oder in Gegenständen im Bestrahlungsraum kurzlebige Radionuklide erzeugt. Diese Aktivierung ist die einzige Quelle möglicher Reststrahlung. Nach dem Abschalten des Beschleunigers ist diese Strahlung sofort weg, es gibt keine anhaltende Primärstrahlung.
Die induzierte Aktivität in Bauteilen oder Gegenständen kann jedoch für kurze Zeit messbar sein. Diese Reststrahlung ist sehr gering (typischerweise im Bereich weniger µSv/h), örtlich begrenzt (z. B. am Target, Kollimator, Flattening Filter) und kurzlebig, da die erzeugten Radionuklide meist Halbwertszeiten von Sekunden bis Minuten haben. Im Raum selbst bleibt keine relevante Reststrahlung, die eine Gefährdung darstellen würde. Was messbar sein kann, ist eine kurzfristige, schwache Aktivierung von Bauteilen oder Materialien.