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Gibt es eine Rechtsnorm oder Empfehlung für Abfall aus medizinischen Einrichtungen, die die Beschaffenheit von Abfallbehältern betrifft?

KomNet Dialog 7139

Stand: 14.12.2016

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Sicherer Transport > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb

Dialog
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Frage:

Gibt es eine Rechtsnorm oder Empfehlung für Abfall aus medizinischen Einrichtungen, die nicht nur spitze und scharfe Gegenstände betreffen (BGR/TRBA), sondern die Beschaffenheit von Abfallbehältern, welche vor Ort gebraucht werden, um gebrauchte Gegenstände (z.B. mit und ohne Körperflüssigkeiten kontaminierte Zellstoffe, Papierunterlagen von Behandlungsliegen/Behandlungsstühlen, etc. aufzunehmen? Im allgemeinen Abfälle, die mit einem Patienten in Kontakt gekommen sind. Zu den Abfallbehältern: -müssen diese verschlossen sein (vor und nach Abwurf)? -dürfen diese einen Schwingdeckel haben? -sollten diese mit einem Fußpedal zu bedienen sein?

Antwort:

Entsprechende Antworten können sie der Publikation "Abfallentsorgung - Informationen zur sicheren Entsorgung von Abfällen im Gesundheitsdienst" der BGW entnehmen:

"3.1 Pflichten des Unternehmers
Der Unternehmer muss im u.a.
• die Abfallentsorgung von der Anfallstelle bis zur Übergabe an die Entsorgungsanlage organisieren,
• die in seiner Einrichtung entstehenden Abfälle unter Berücksichtigung der von den Abfällen ausgehenden Gefahren bestimmten Abfallarten und diese bestimmten Abfallbehältnissen zuordnen. Die hieraus abzuleitenden Maßnahmen sind im Hygieneplan schriftlich festzulegen.
..."


"3.2 Einsammeln und Entsorgen in die Abfallbehälter
Der Vorgang der Entsorgung beginnt unmittelbar am Entstehungsort der Abfälle, also beispielsweise auf der Station, im Operationssaal, im Patientenzimmer, in der Küche. Das dortige Personal sammelt die Abfälle in entsprechend bereit gestellten Abfallbehältnissen, die später vom Hol- und Bringedienst abgeholt werden. Beim Befüllen der Abfallbehältnisse müssen grundsätzlich folgende Punkte beachtet werden. (siehe Punkt 3.2)

Spitze, scharfe und zerbrechliche Gegenstände
...
Beschaffenheit der Abfallbehältnisse und Kennzeichnung"
..

"4.4 Einsammlung von Abfällen
Zum Abwurf von Abfällen werden im HDZ verschiedene Behältnisse verwendet.
• 70-l-Kunststoffsäcke in den Farben Grau für Restmüll – trocken, Gelb für Leichtstoffverpackungen und Transparent für Papier und Pappe.
• Flüssigkeitsdichte schwarze 50-l-Kunststoffbehälter für den Restmüll mit erhöhtem Feuchtigkeitsanteil (früher: B-Müll).
• Flüssigkeitsdichte und baumustergeprüfte weiße 60-l-Kunststoffbehälter für den infektiösen Abfall (früher: C-Müll) und zytostatischen Arzneimittelabfall (früher: D-Müll)..


Um den Anforderungen des Arbeitsschutzes gerecht zu werden, wird besonders viel Wert auf den richtigen Abwurf von spitzen und scharfen Gegenständen wie Kanülen, Nadeln, Skalpellen und Lanzetten gelegt. An allen Anfallorten für solche Abfälle sind durchstichsichere Behälter vorhanden, die bei Erreichen des maximalen Füllstandes verschlossen werden und in den B-Müll (schwarze Kunststofftonne) gegeben werden. Diese Vorgehensweise ist stets auch Thema der Unterweisungen.
...
Um zu verhindern, dass sich das medizinische Personal an Abfallsäcken und Behältern kontaminiert, sind diese mit einer leicht bedienbaren Tretfunktion ausgestattet. Bei der Entsorgung tragen die Mitarbeiter des Hol- und Bringdienstes
Einmalhandschuhe aus Nitrilkautschuk. Die Mitarbeiter werden zusätzlich regelmäßig im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes unterwiesen.

Weitere Hinweise zur Entsorgung einzelner Abfallarten im HDZ sind im Kapitel 5 dieser Schrift enthalten."


Hinweis:
Auf die LAGA Mitteilung 18 "Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes" möchten wir hinweisen.