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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen die Erste-Hilfe-Einrichtungen von Kunden bei der Bereitstellung von Erste-Hilfe-Material berücksichtigt werden?

KomNet Dialog 6900

Stand: 26.01.2009

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Erste Hilfe

Dialog
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Frage:

Wenn die Möglichkeit als Reinigungsunternehmen besteht, die Erste-Hilfe-Einrichtungen (z. B. Verbandkasten) vom Kunden mitnutzen zu können, ist es dann erforderlich noch eigene Verbandkästen zu stellen?

Antwort:

In der BGI 865 - "Einsatz von Fremdfirmen im Rahmen von Werkverträgen", http://publikationen.dguv.de  wird unter Abschnitt F2 "Arbeitsschutzbestimmungen für Fremdfirmen" u.a. erläutert, dass  es zu den Pflichten des Fremdunternehmers gehört,  Arbeitsmittel, wie Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge, einzusetzen, die sich in einem sicherheitstechnisch einwandfreien Zustand befinden und für den Einsatzfall (z.B. Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen) geeignet sind sowie notwendige und geeignete persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen und sicherzustellen, dass die erforderlichen Einrichtungen zur ersten Hilfe (Erste-Hilfe-Material) sowie Ersthelfer am Arbeitsort zur Verfügung stehen.
Es bestehen keine grundsätzlichen Bedenken, die Erste-Hilfe-Einrichtungen (z. B. Verbandkasten) vom Kunden mitzunutzen, sofern zwischen den beiden Arbeitgebern entsprechende Vereinbarungen getroffen sind und die Beschäftigten entsprechend unterwiesen werden. Auch müssen entsprechende Regelungen getroffen werden, dass separate Verbandsbücher  zur Verfügung stehen und der jederzeitige Zugriff gewährleistet ist.
Da Reinigungskräfte vielfach alleine Arbeiten (was auch nicht verboten ist), muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung per se geklärt werden, wie die Erste Hilfe der Reinigungskräfte gewährleistet werden kann.
Zu beachten ist, dass auch bei getroffenen Vereinbarungen zwischen den Arbeitgebern bezüglich der Ersten Hilfe die jeweilige Arbeitgeberverantwortung unberührt bleibt.