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KomNet-Wissensdatenbank

Baukranbetrieb auf den Baustellen

KomNet Dialog 6655

Stand: 15.04.2008

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Baustellen > Sonstige Fragen zu Baustellen

Dialog
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Frage:

Derzeit werden die Baukrane von Dritten aufgebaut und an bestimmte Mitarbeiter Vorort übergeben. Bei der Übergabe wird eine Abnahme mit einer Übergabebescheinigung an die bestimmten Mitarbeiter durchgeführt. Fragestellung: 1. Muss es noch eine schriftliche Beauftragung zu Führen von Baustellenkranen von der Geschäftsleitung an die bestimmten Personen geben? 2. Müssen die bestimmten Personen (Kranführer) einen separaten Befähigungsnachweis, z. B. durch eine externe Schulung, besitzen?

Antwort:

Ein Baukran ist ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Die BetrSichV fordert unter Ziffer 2.3 des Anhangs 2, dass die Benutzung der Arbeitsmittel dazu geeigneten, unterwiesenen oder beauftragten Beschäftigten vorbehalten bleibt. Trifft dies für Beschäftigte nicht zu, dürfen diese Arbeitsmittel nur unter Aufsicht der Beschäftigten nach Satz 1 benutzt werden. Unter Ziffer 4 des Anhangs 2 der BetrSichV sind Mindestanforderungen für die Benutzung von Arbeitsmitteln zum Heben von Lasten genannt. Eine schriftliche Beauftragung fordert die BetrSichV nicht.

Laut Vorschriftenwerk der Berufsgenossenschaft § 29 BGV D6 „Krane“ muss ein Kranführer beauftragt werden. Bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen muss diese Beauftragung schriftlich erfolgen. Der Unternehmer darf als Kranführer nur beauftragen, wer

1. das 18. Lebensjahr vollendet hat,
2. körperlich und geistig geeignet ist,
3. im Führen oder Instandhaltung des Kranes unterwiesen ist und seine Befähigung hierzu ihm nachgewiesen hat und von dem zu erwarten ist, dass die übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllt werden.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber ermitteln, welche Gefährdungen für die Beschäftigten mit dem Führen des Kranes verbunden sind und welche Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Hierbei sind sowohl die Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung wie auch die der BGV Krane als Regel der Technik einzubeziehen. Aus Gründen der Rechtssicherheit ist es vielfach unabhängig davon, ob es sich um ortsveränderliche kraftbetriebene Krane handelt, angebracht, dass eine Beauftragung zum Führen eines Kranes schriftlich erteilt wird.

Weitere Informationen und ein Muster für die schriftliche Beauftragung können der BGI 555 "Kranführer" entnommen werden.