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KomNet-Wissensdatenbank

Sind Holzzerkleinerungsgeräte regelmäßig zu prüfen und wenn nach welcher Vorschrift?

KomNet Dialog 6437

Stand: 04.08.2010

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfpflichtige Arbeitsmittel und Einrichtungen

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Frage:

Sind Holzzerkleinerungsgeräte ( Häcksler) regelmäßig zu prüfen und wenn nach welcher Vorschrift? Wer führt solche Prüfungen durch?

Antwort:

Die Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV trifft Regelungen zur Prüfung von Arbeitsmitteln, die von Beschäftigten bei der Arbeit benutzt werden. Zu den Arbeitsmitteln gehören auch land- und forstwirtschaftliche Geräte. Die Anforderungen im Betrieb werden mittels Prüfung vor Inbetriebnahme und wiederkehrenden Prüfungen erfüllt. Dies obliegt dem Arbeitgeber (Betreiber).

Nach § 3 Abs. 3 i. V. mit Anhang 2 der BetrSichV hat der Arbeitgeber auf Grund der Gefährdungsbeurteilung, der Herstellerinformationen und der vorgesehenen Betriebsweise Art, Umfang und Fristen von Prüfungen sowie die prüfende Person festzulegen. Dabei hat er insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden.

Bei der Ermittlung der Prüffristen ist z.B. die VSG 3.1 (Technische Arbeitsmittel) als Unfallverhütungsvorschrift der landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger zu berücksichtigen. Ebenfalls sollten berufsgenossenschaftliche Regeln und Informationen berücksichtigt werden. Die GUV-Regel GUV-R 2109 "Gärtnerische Arbeiten" beschreibt in Ziffer 3.9.ff in Verbindung mit Anhang 1 die unterschiedlichen Prüfanforderungen und gibt Beispiele (http://publikationen.dguv.de). Dort wird für Buschholzhacker eine jährliche Überprüfung vorgeschlagen.

Die Personen, die mit der Prüfung von Arbeitsmitteln beauftragt werden, müssen nicht zwangsläufig befähigten Personen sein. Sie müssen für die zu erfüllende Prüfaufgabe qualifiziert sein. Je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung können Prüfungen auch von angelernten/unterwiesenen Mitarbeitern durchgeführt werden (z.B. einfache Sichtprüfung an einem Werkzeug). Je komplizierter das Arbeitsmittel / die Anlage ist und damit auch die Prüfaufgabe, desto größere Anforderungen sind an die Qualifikation des Prüfers zu stellen.

Dies gilt z.B. für Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt (z.B. Gerüst, Kran). Hier muss eine befähigte Person die ordnungsgemäße Montage und die sichere Funktion prüfen. Gleiches gilt für Arbeitsmittel, die Schäden verursachenden Einflüssen unterliegen und Arbeitsmittel, an denen Instandsetzungsarbeiten vorgenommen wurden, welche die Sicherheit beeinträchtigen können (vergl. § 10 BetrSichV). Prüfungen nach § 10 BetrSichV sind ausschließlich durch befähigte Personen vorzunehmen. Die Ergebnisse der Prüfungen durch befähigte Personen sind aufzuzeichnen.

Häcksler mit Elektromotoren sind auch ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, die im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift UVV BGV A 3 / GUV-V A 3 auf ihre elektrische Sicherheit wiederkehrend geprüft werden müssen. Nach § 5 der BGV A3 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden
1. vor der ersten Inbetriebnahme und nach einer Änderung oder Instandsetzung vor der Wiederinbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft und
2. in bestimmten Zeitabständen.

Weitere Erläuterungen zur elektrischen Prüfung können sie der Information GUV-I 8524"Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel" entnehmen. Dort wird eine wiederkehrende Prüfung von Häckslern alle 12 Monate empfohlen. Siehe auch die entsprechenden Dialoge (Prüfungen- elektrische) unserer KomNet-Datenbank.

Hinweis: Als erforderliche Prüfpersonen für Prüfvorschriften der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften) werden meistens Sachkundige oder speziell die Elektrofachkraft genannt. Die Anforderungen an Sachkundige, Elektrofachkräfte und befähigte Personen können sich durchaus unterscheiden. Im Zweifel sollten sie sich von ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger und ihrer zuständigen staatlichen Überwachungsbehörde beraten lassen.

 

Hinweise und Empfehlungen zu Prüfungen kann ggf. auch die Deutsche Prüfstelle für Land- und Forsttechnik (DPLF) geben. Ansprechpartern finden sie unter http://www.dplf.de/ .