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KomNet-Wissensdatenbank

Verbot von Essen und Trinken am Arbeitsplatz bei Tätigkeiten mit wassergemischten Kühlschmierstoffen

KomNet Dialog 6419

Stand: 11.12.2008

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)

Dialog
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Frage:

Nach BGI 762 Anlage 3 sind Maßnahmen für Tätigkeiten mit keimbelasteten wassergemischten Kühlschmierstoffen vorzusehen, so ist es z.B. im Unternehmen verboten, aus `offenen` Bechern z.B. Kaffee oder Kaltgetränke an den Arbeitsplätzen zu trinken. Frage: Ist es im Sinne der BGI 762 erlaubt, Getränke aus geschlossenen Flaschen oder Trinkbechern mit Deckel (sog. Coffee to go) an den Arbeitsplätzen zu sich zu nehmen?

Antwort:

Ziffer 6.5.2.3 der BGR 143 "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen" bestimmt, dass Versicherte (Beschäftigte) an Arbeitsplätzen, an denen die Gefahr einer Kontamination besteht, keine Nahrungs- und Genussmittel zu sich nehmen dürfen. Der Unternehmer (Arbeitgeber) hat hierfür geeignete Bereiche (z.B. Pausenräume) einzurichten.
Siehe auch
- § 9 Abs. 9 der Gefahrstoffverordnung und TRGS 500, 
- § 11 Abs. 3 der Biostoffverordnung und TRBA 500. Technische Regeln (z.B. TRBA und TRGS) können sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA, www.baua.de) einsehen. 

Dies bedeutet ein Verbot von Essen, Trinken, Rauchen und Tabakschnupfen am Arbeitsplatz und schließt auch das Bereitstellen von vermeintlich geschlossenen Trinkbechern ein. Die Bereiche, in denen eine Kontaminationsgefahr bestehen, sind vom Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen. Hierzu hat er sich von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt beraten zu lassen.