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KomNet-Wissensdatenbank

Welcher Atemschutzfilter ist bei Trennarbeiten mit Schneidbrenner erforderlich?

KomNet Dialog 5866

Stand: 11.12.2007

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (5.)

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Frage:

Es kommt in unserem Betrieb bei der Probenentnahme vor, dass alte Hochspannungsmasten mit entsprechendem Rostschutzanstrich mit dem Schweißbrenner getrennt werden. Die Arbeiten dauern in der Regel weniger als 60 min und finden im Freien statt. Welcher Filtertyp (P2, P3, Halbmaske) ist erforderlich?

Antwort:

Beim Trennschneiden mittels Schneidbrenner von alten - mit Rostschutzanstrich (Bleimennige) beschichteten - Hochspannungsmasten, werden Gefahrstoffe freigesetzt. Der Anstrichstoff enthält in der Regel weniger als 60 % Bleioxyd (PbO) und somit rd. 40 % andere Bestandteile, die bei der Bearbeitung thermisch belastet werden und gesundheitsgefährliche Brandgase freisetzen.

In Abhängigkeit von der Zusammensetzung des Anstrichstoffes können dieses z.B. Kohlenmonoxyd, Kohlendioxyd, Stickstoffoxyde, Isocyanatdämpfe, toxische Pyrolyseprodukte und Bleidämpfe sein. Die Bleidämpfe kühlen allerdings schnell ab und liegen als Bleioxydpartikel vor.

Auf Grund der unterschiedlichen Gefahrstoffe ist daher eine Halbmaske mit einem Mehrbereichs-Kombifilter zum effektiven Schutz erforderlich: Partikelfilter P2 und zusätzlich ein Gasfilter für die Brandgase mit einem mittleren Aufnahmevermögen (Klasse 2).

In der BGR 190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaft sind weitere Angaben bezüglich des Tragens von Atemschutz gemacht.

Die Arbeitnehmer sind nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 26 „Atemschutz“ (BGI 504-26) vor Aufnahme der Tätigkeit untersuchen zu lassen.