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Wie sind die Aussagen der TRGS 510 hinsichtlich der zulässigen Lagermenge in Räumlichkeiten mit Arbeitsplätzen zu verstehen?

KomNet Dialog 28113

Stand: 15.12.2016

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Physikalische Belastungen und Beanspruchungen

Dialog
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Frage:

Lagerung von Gefahrstoffen nach TRGS 510 Wie ist der Satz unter 1. in Tabelle 1 "Lagerung außerhalb von Lagern unter Berücksichtigung von Nr. 4.2 zulässig" auf Räumlichkeiten mit Arbeitsplätzen zu verstehen? Bedeutet dieses, dass bei Einhaltung der Mengenschwellen und Maßnahmen unter 4.2 auch eine Lagerung am Arbeitslatz erfolgen darf? Falls ja, wie ist dieses mit § 8(1) "6. Begrenzung der am Arbeitsplatz vorhandenen Gefahrstoffe auf die Menge, die für den Fortgang der Tätigkeiten erforderlich ist", aus der Gefahrstoffverordnung vereinbar? Oder bedeutet es lediglich, dass kein spezielles Lager vorhanden sein muss (also ein Raum ohne Lageranforderungen, der aber nicht als Arbeitsplatz genutzt wird)?

Antwort:

In § 8 Absatz 1 Nummer 6 Gefahrstoffverordnung -GefStoffV- heißt es:

"Begrenzung der am Arbeitsplatz vorhandenen Gefahrstoffe auf die Menge, die für den Fortgang der Tätigkeiten erforderlich ist,"

In der TRGS 510 ist folgende Fußnote zum Verständnis hilfreich:

"TRGS 510 wurde umfassend überarbeitet, die wesentlichen Änderungen sind:
Die bisherigen Kleinmengenregelungen wurden von Anlage 9 in Nummer 4 überführt.
In Nummer 4.1 finden sich jetzt die allgemeinen Grundsätze sowie in Nummer 4.2 die allgemeinen Schutzmaßnahmen für die Lagerung von Gefahrstoffen. Werden die in Nummer 4.3.1 Absatz 1 aufgeführten Mengen überschritten, müssen die Gefahrstoffe in einem eigenen Lager gelagert werden. Die Vorschriften wurden den Bedürfnissen der Praxis angepasst, deutlich präzisiert und konkretisiert; eine relevante Änderung des Sicherheitsniveaus ist damit nicht verbunden... "

Unter dem Punkt 4.2 Absatz 4 der TRGS 510 ist folgendes nachzulesen:

"Gefahrstoffe dürfen nicht an solchen Orten gelagert werden, die zu einer Gefährdung der Beschäftigten oder anderer Personen führen können. Dazu gehören insbesondere

1. Verkehrswege; zu Verkehrswegen zählen u. a. Treppenräume, Flucht- und Rettungswege, Durchgänge, Durchfahrten und enge Höfe,
2. Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Sanitätsräume oder Tagesunterkünfte.

Gefahrstoffe dürfen in Arbeitsräumen nur gelagert werden, wenn die Lagerung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist. Sie hat in besonderen Einrichtungen zu erfolgen, falls dies gemäß Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung erforderlich ist."


Die Definition von Arbeitsplatz und Arbeitsraum finden Sie in § 2 Arbeitsstättenverordnung -ArbStättV-. Dort heißt es:

"(3) Arbeitsräume sind die Räume, in denen Arbeitsplätze innerhalb von Gebäuden dauerhaft eingerichtet sind.

(4) Arbeitsplätze sind Bereiche, in denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit tätig sind."


Fazit:
Es muss zwischen einem Arbeitsplatz und einem Arbeitsraum unterschieden werden. Dadurch entsteht auch kein Widerspruch zwischen der GefStoffV und der TRGS 510. Die Bedeutung des von Ihnen zitierten Satzes liegt darin, dass kein spezielles Lager für die in der Tabelle 1 genannten Mengen vorhanden sein muss. Eine Lagerung am Arbeitsplatz darf aber weiterhin nicht erfolgen, sondern lediglich unter den genannten Bedingungen im Arbeitsraum.