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Welche Wochenarbeitszeit ist im Baugewerbe möglich?

KomNet Dialog 583

Stand:

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitszeitberatung und -gestaltung > zulässige Arbeitszeitdauer

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Frage:

Welche Wochenarbeitszeit ist im Baugewerbe möglich?

Antwort:

Das Arbeitszeitgesetz-ArbZG trifft keine Aussagen über zulässige wöchentliche Höchstarbeitszeiten. Diese können daher nur indirekt erschlossen werden.

Nach dem Arbeitszeitgesetz ist eine 6-Tage-Woche (Montag bis Samstag) zulässig. Dabei darf acht Stunden täglich gearbeitet werden. Grundsätzlich gilt, dass die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden kann, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Abweichende Regelungen können in einem Tarifvertrag oder auf Grund eines Tarifvertrages in einer Betriebsvereinbarung zugelassen werden. Nach § 15 des Arbeitszeitgesetzes kann die Aufsichtsbehörde (in Nordrhein-Westfalen: die Staatlichen Ämter für Arbeitsschutz) speziell für Bau- und Montagestellen längere tägliche Arbeitszeiten bewilligen. Dabei ist eine Verlängerung über zehn Stunden hinaus zulässig. Dies gilt nicht nur für Werktage, sondern auch für Sonn- und Feiertage (sofern diese als Arbeitstage zugelassen sind). Eine Grenze, bis zu der die tägliche Arbeitszeit verlängert werden kann, ist nicht vorgeschrieben. Allerdings sollten Arbeitszeiten über zwölf Stunden an einem Tag allenfalls bei erheblicher Arbeitsbereitschaft zugelassen werden. (vgl. Zmarzlik/Anzinger: Kommentar zum Arbeitszeitgesetz, 1995).

Über Ausnahmeregelungen zum Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit informiert der Leitfaden zum "Arbeitszeitgesetz", der über das Internet (www.arbeitsschutz.nrw.de) oder bei der Landesanstalt für Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen Ulenbergstr. 127-131 40225 Düsseldorf Tel. 0211-3101-0 Fax 0211-3101-1189 poststelle@lafa.nrw.de bezogen werden kann.