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KomNet-Wissensdatenbank

Ist der Arbeitgeber zur Anbringung eines Pollenschutzgitters verpflichtet?

KomNet Dialog 5551

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (9.1.11)

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Frage:

Eine Kollegin ist gegen Pollen allergisch. Sie möchte an ihrem Bürofenster ein Pollengitter angebracht haben. Die Dienststelle verweigert es. Ist der Arbeitgeber zur Anbringung eines Pollenschutzgitters verpflichtet? Wenn ja, welche Vorschriften usw. sind maßgebend?

Antwort:

Arbeitsräume müssen grundsätzlich den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV entsprechen (Raumtemperaturen, Belichtung, Lüftung, etc.).
Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)bestimmt in Ziffer 3.6 Abs. 1, dass in Arbeitsräumen ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein muss. Gesundheitlich zuträglich ist Atemluft, wenn sie Außenluftqualität hat (Ziffer 2 der Arbeitsstättenrichtlinie ASR 5 Lüftung).
Eine rechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers nach der Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit den Arbeitsstättenrichtlinien ein Pollenschutzgitter anzubringen besteht demzufolge nicht.
Bei dem sogenannten Pollenschutzgitter handelt es sich um ein luft- und lichtdurchlässiges Textilgewebe, das innen am Fensterrahmen angebracht wird, vergleichbar einem Fliegenschutzgitter. Eine spezielle Gewebestruktur soll nach Angaben des Herstellers das Eindringen von Pollen bei geöffnetem Fenster weitgehend verhindern. Untersuchungen, die diese Funktion belegen können, sind hier nicht bekannt.
Aus innenraumhygienischer Sicht ist jedoch anzumerken, dass Fenster in der Regel nicht dauerhaft geöffnet sein sollten. Ein angemessener Luftaustausch bzw. eine ausreichende Luftwechselrate wird im allgemeinen nur bei Querlüftung über 5 bis 10 Minuten erreicht. Die in den Innenraum eingedrungenen Pollen lassen sich durch tägliches feuchtes Reinigen beseitigen.

Stand: Mai 2007