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Ist es bei dem Betrieb einer Röntgenanlage erforderlich, einen sog. `Medizinphysiker` zu bestellen?

KomNet Dialog 5520

Stand: 04.04.2009

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

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Frage:

Ist es bei dem Betrieb einer Röntgenanlage erforderlich, einen sog. `Medizinphysiker` zu bestellen? Oder handelt es sich dabei lediglich um eine Qualifikation, mit der man Strahlenschutzbeauftragter werden kann, der dann zu bestellen ist?

Antwort:

Nach der Röntgenverordnung ist die Bestellung eines Medizinphysik-Experten (MPE) in aller Regel nicht erforderlich. Nur wenn es sich um eine Röntgentherapieanlage handelt und dort keine Standardbestrahlungen durchgeführt werden, hat der Betreiber der Röntgeneinrichtung einen MPE zur Bestrahlungsplanung nach § 27 Abs. 1 RöV und bei der ersten Bestrahlung nach § 27 Abs.2 Nr. 1 hinzuzuziehen (siehe auch https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/10979). Eine Bestellung als Strahlenschutzbeauftragter ist nicht erforderlich. Für die Röntgendiagnostik ist grundsätzlich kein MPE erforderlich. Bei dosisintensiven Verfahren ist es jedoch empfehlenswert und kann von der Behörde sowohl im Genehmigungs- als auch im Anzeigeverfahren verlangt werden, dass ein MPE zur Beratung bei der Optimierung der Strahlenanwendung und zur Qualitätssicherung zur Verfügung steht. Eine Bestellung zum Strahlenschutzbeauftragten ist jedoch auch hier nicht erforderlich.