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Wie ist mit einem Suchtproblem der Mitarbeiter umzugehen? Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen kann dies für den Mitarbeiter bedeuten?

KomNet Dialog 5424

Stand: 15.06.2016

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Besondere Zielgruppen > Suchtgefährdete, Süchtige

Dialog
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Frage:

Ich möchte gerne eine Frage stellen zur Suchtproblematik in Unternehmen. Ob legale oder illegale Drogen, der Genuß von Drogen führt zwangsläufig früher oder später in eine Sucht, die mit medizinischen Mitteln behandelt werden muß. In den meisten Fällen zieht es keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen nach sich. Wie sieht es allerdings mit einer Sonderform der Sucht aus - der Spielsucht? Ist ein Mitarbeiter in leitender Position (Finanzabteilung), der an einer Spielsucht leidet, noch an seinem Arbeitsplatz tragbar? Es muss damit gerechnet werden, dass dem Unternehmen Schaden zugefügt wird. Wie ist mit diesem Mitarbeiter zu verfahren und welche arbeitsrechtliche Konsequenzen hat das für den Mitarbeiter und worauf muss sich das Unternehmen einstellen?

Antwort:

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, dass der Betriebs-/Personalrat mit dem Arbeitgeber eine Dienstvereinbarung/Betriebsvereinbarung zur betrieblichen Suchtprävention abschließt. In einer solchen Vereinbarung wird festgelegt, unter welchen Voraussetzungen bzw. bei welchen Verhaltensauffälligkeiten von einer Suchtgefährdung auszugehen ist und wie die betrieblich Verantwortlichen damit umgehen sollen. Entsprechende Vordrucke werden von verschiedenen Institutionen auf ihren Internetseiten angeboten, z. B. unter  www.hls-online.org oder www.lzg-bayern.de.

Fachkundige Auskünfte über Therapiemöglichkeiten jeglicher Sucht ( Alkohol, Drogen, Spiel etc.) erteilt z. B. die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (www.dhs.de).

Der DVR bietet die Broschüre "Suchtprobleme im Betrieb" zum Bestellen unter http://www.dvr.de/betriebe_bg/672.htm  an.
Behandlungskosten, ob ambulant oder stationär werden in der Regel von der Krankenkasse oder vom Rentenversicherungsträger übernommen.

Welche arbeitsrechtlichen Schritte unternommen werden, hängt natürlich vom Einzelfall ab und den rechtlichen Möglichkeiten. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir dazu keine weitergehenden Auskünfte geben können und dürfen. Für eine fallbezogene Beratung zu den arbeitsrechtlichen Möglichkeiten sollte eine entsprechende Anfrage ggf. direkt an Angehörige der rechtsberatenden Berufe bzw. entsprechend autorisierte Stellen (z. B. Gewerkschaften, Verbände, Kammern, etc.) gerichtet werden.

Des weiteren bieten die Arbeitsgerichte teilweise kostenlose oder kostengünstige Sprechstunden zu arbeitsrechtlichen Fragen an. Darüber hinaus weisen wir auf das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hin.