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Darf ich als Schwangere mehr Pausen machen?

KomNet Dialog 526

Stand:

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Arbeitszeit- und Ruhepausenregelung

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Frage:

Darf ich als Schwangere mehr Pausen machen?

Antwort:

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) enthält keine speziellen Ruhepausenregelungen. Die gesetzlichen Ruhepausen sind für alle Arbeitnehmer in § 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) geregelt. Danach hat der Arbeitgeber bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 bis zu 9 Std. eine Ruhepause von mind. 30 Minuten Dauer zu gewähren. Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 9 Std. muss die Ruhepause mind. 45 Minuten betragen. Diese Mindestpausenzeiten gelten auch für werdende und stillende Mütter, wobei sich die Höchstgrenze der täglichen Arbeitszeit nach dem MuSchG bestimmt (gem. § 8 Abs. 1 MuSchG max. 8.5 Std. pro Arbeitstag).

Ergänzende Hinweise zu Kurzpausen:

1. Soweit die werdende/stillende Mutter mit Arbeiten beschäftigt wird, die ständiges Stehen oder Gehen erfordern, hat der Arbeitgeber eine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz zum kurzen Ausruhen zur Verfügung zu stellen und auch die Möglichkeit der Nutzung zu gewährleisten. Bei Arbeiten, die ein ständiges Sitzen erfordern, muss der Arbeitgeber Arbeitsunterbrechungen in Form von Kurzpausen zulassen, damit die Arbeitnehmerin aufstehen und sich ausgleichende Bewegung verschaffen kann.

Unter "kurz" ist nach dem Zweck des § 2 Abs. 2 und 3 MuSchG die Zeit zu verstehen, die der Arbeitnehmerin unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Art und Dauer der Tätigkeit, allgemeiner Gesundheitszustand, Stadium der Schwangerschaft o.ä.) Gelegenheit gibt, sich auch außerhalb der regulären Pausen etwas auszuruhen (Orientierungswert: +/- 5 Minuten). Die "kurzen Unterbrechungen" sind zum Ausgleich schwangerschaftsbedingter Beschwerden bestimmt und gelten grundsätzlich als Arbeitszeit.

2. In Tarifverträgen oder internen Betriebsvereinbarungen können ggf. weitergehende Pausen- oder Kurzpausenregelungen enthalten sein. Auskünfte erteilt der Betriebs- oder Personalrat, das Personalbüro oder die zuständige Gewerkschaft.

Stand: Juni 2005