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Besteht bei Malern und Lackierern, die bereits seit 1960 im Beruf tätig sind, ein erhöhtes Risiko an Blasenkrebs zu erkranken?

KomNet Dialog 5154

Stand:

Kategorie: Gesundheitsschutz > Berufskrankheit, Berufsunfähigkeit > Medizinische Zusammenhänge

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Frage:

Besteht bei Malern und Lackierern, die bereits seit 1960 im Beruf tätig sind, ein erhöhtes Risiko an Blasenkrebs zu erkranken? Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den Produkten: `Nitroverdünnung`, Holzschutzsalzen, Azofarben und einer Tumorbildung in den ableitenden Harnwegen?

Antwort:

Grundsätzlich können Schleimhautveränderungen, Krebs oder andere Neubildungen der Harnwege durch krebserzeugende aromatische Amine verursacht werden und bei Vorliegen der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen als Berufserkrankung nach der BK-Ziffer 1301 der geltenden Berufskrankheiten-Verordnung anerkannt werden.
Das Urothelkarzinom der Harnblase zählt zu den genannten Erkrankungen. Eine Exposition gegenüber krebserzeugenden aromatischen Aminen bei einem Maler und Lackierer, der bereits 1960 im Beruf war, ist grundsätzlich möglich. Der Umgang mit Azofarbstoffen konnte evtl. eine Exposition gegenüber krebserzeugenden aromatischen Aminen bedingen.

Es wird daher empfohlen, eine Berufskrankheitenanzeige beim zuständigen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) zu erstatten. Der Unfallversicherungsträger stellt dann im Rahmen des einzuleitenden Berufskrankheitenverfahrens fest, ob Art und Umfang der Exposition des Versicherten geeignet waren, die vorliegende Erkrankung zu verursachen.
Weitere Informationen zur Berufskrankheit mit der BK-Ziffer 1301 erhalten Sie im Internet unter:
http://www.arbmed.med.uni-rostock.de/bkvo/m1301.htm 


Stand: Februar 2007