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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen sind an die Luftwechselrate in Laboren zu stellen?

KomNet Dialog 4504

Stand: 03.08.2010

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Gefahrstoffen > Technische Schutzmaßnahmen (5.)

Dialog
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Frage:

Anzahl der Luftwechselraten in Laborräumen, Menge an m3, die ein Abzug/Lüftung für einen Laborraum pro Stunde leisten muß, in Bezug darauf, was in Hamburg gefordert wird. Es wird nicht mit giftigen, krebserzeugenden oder cmr-Substanzen umgegangen.

Antwort:

Es gibt für Hamburg keine gesonderten Bestimmungen für die Luftwechselrate von Laboren. Die Anzahl der erforderlichen Luftwechsel pro Stunde ist das Ergebnis einer Gefährdungsanalyse, die die Randbedingungen, wie

  • Bau und Einrichtung des Labors
  • eingesetzte Chemikalien
  • Freisetzungsrate von Chemikalien
  • Anzahl der Arbeitsplätze
  • weitere Einflußgrößen

zu berücksichtigen hat. Hinweise gibt die BGTRGS 526  "Laboratorien", die Sie im Internet über die URL http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS-526.html__nnn=true  finden.
Dort heißt es in Nr. 6.2.5:
"Laboratorien müssen mit ausreichenden, jederzeit wirksamen technischen Lüftungseinrichtungen ausgerüstet sein. Die Zuluft muß erforderlichenfalls erwärmt und zugfrei zugeführt werden können. Die Abluft darf ganz oder teilweise über die
Abzüge geführt werden, wenn dabei die volle Leistung der Abzüge erhalten bleibt. Es muß sichergestellt sein, daß Abluft mit gefährlicher Menge oder Konzentration von Gefahrstoffen nicht wieder in Arbeitsbereiche gelangen kann.

Lüftungsanlagen, die DIN 1946-7 "Raumlufttechnik; Raumlufttechnische Anlagen in
Laboratorien (VDI-Lüftungsregeln)" entsprechen, sind ausreichend.
Die zugeführte Luftmenge ist so zu bemessen, daß mindestens 25 m3/(m2h) erreicht werden; dies
entspricht bei 3 m lichter Raumhöhe einem etwa 8fachen Luftwechsel.
Abzüge siehe DIN 12 924-1 "Laboreinrichtungen; Abzüge; Abzüge für allgemeinen
Gebrauch, Arten, Hauptmaße, Anforderungen und Prüfungen".

Die oben zitierte Durchführungsanweisung der berufsgenossenschaftliche Regel "BGR 120" wird demnächst in staatliches Recht; d.h. in die TRGS 526 überführt. Es ist davon auszugehen, das in der zukünftigen TRGS kein Wert für eine  Luftwechselrate genannt werden wird.
Kommen keine Stoffe mit hohem Dampfdruck und/ oder hohem Gefährdungspotential zum Einsatz, kann die Gefährdungsbeurteilung ergeben, das die Luftwechselrate den Wert acht pro Stunde unterschreiten kann.
In der Fachliteratur finden Sie  z.B. im Internet unter der URL: http://www.heinekamp.com/publikationen2.html mehrere Artikel von Heinekamp, CH über Labortechnik. U.a. werden Labore mit vierfachem Luftwechsel pro Stunde behandelt.

 Stand: August 2010