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Wie ist die weitere Vorgehensweise in so einem Fall, da im kommenden Jahr weitere Montagearbeiten in der Werkstatt anstehen?

KomNet Dialog 44214

Stand: 23.12.2025

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

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Frage:

Durch Baumaßnahmen (Demontage von großen Heizungsrohren) in unserer seit 1980 bestehenden Werkstatt für Großfahrzeuge kommt es zu Anfragen bezüglich einer möglichen Belastung von Asbest. Auf den Heizungsrohren hat sich über 45 Jahre eine mögliche Asbestbelastung ergeben, die bisher nicht überprüft wurde. Wie ist die weitere Vorgehensweise in so einem Fall, da im kommenden Jahr weitere Montagearbeiten in der Werkstatt anstehen? (De- und Neumontage der Dachhaut)

Antwort:

Das Problem mit Asbest ist die Gefährdung durch freiwerdende Fasern in lungengängiger Größe, die unser Atemsystem durch die Zerstörung von Körperzellen und Entstehung von Krebs bedrohen. Durch den ständig weitergehenden Zerfall größerer Fasern in immer kleinere bei dadurch wachsender Anzahl in Verbindung mit der Unzerstörbarkeit im Körper ist man in asbesthaltigen Gebäuden immer gefährdet. In der EU ist die Verwendung von Asbest seit 2005, in Deutschland seit 1993 mit wenigen Ausnahmen verboten.

 

Reibbeläge (z. B. Bremsen und Kupplungen) dürfen in Deutschland seit 1982 kein Asbest mehr enthalten. Andererseits wird behördlich nicht geprüft, was so alles importiert wird. Die Bezeichnung „Großgeräte“ umfasst auch aus Ländern importierte Maschinen, in denen die Asbestverwendung weiterhin gestattet ist.

 

Generell lässt sich sagen, dass speziell in den Stahlbetonkonstruktionen im Öffentlichen Dienst, Verwaltung, Industrie und Gewerbebauten Asbest im Brandschutz, in Baumaterialien und der Haustechnik zu finden ist, hauptsächlich in Dichtungen aller Art und Isolierungen / Dämmungen, ferner in Reibbelägen, Putz, Estrich, Klebe- und Dichtmassen. Diese Auflistung ist nicht vollständig.

 

Asbest kann in allen künstlich hergestellten Materialien zu finden sein, entweder als gezielte Beimischung (Asbestzement) oder Verunreinigung – letzteres speziell in der Bauchemie. Das lässt sich nur mit Analysen von Materialproben feststellen. Je nach Faser-Einbindung in die Materialmatrix lösen sich die Fasern im täglichen Gebrauch leichter oder schwerer.

 

In diesem konkreten Fall sollten die Heizungsrohre eingehaust werden, um während der Probennahmen keine weiteren Fasern in die Raumluft abzugeben. An Proben werden fällig zum einen die Luftmessung an den Arbeitsplätzen, speziell bei den Rohren, und andererseits die Materialanalysen der Staubbelegung. Es empfiehlt sich auch eine Materialanalyse an benachbarten Wänden, Geräten, Decken und Böden.

 

Es sollte damit ein geeignetes Ingenieurbüro beauftragt werden, mit dem auch der Arbeitsplan für die Demontage der Rohre und später des Daches mit der jeweils fälligen Reinigung entwickelt werden kann.