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Sind bei Helmpflicht in Ex-Bereichen antistatische Helme zwingend?

KomNet Dialog 43502

Stand: 07.09.2021

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

Sind bei Helmpflicht in Ex-Bereichen antistatische Helme zwingend?

Antwort:

In der TRGS 727 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" finden sich unter der Nummer 7.5 "Kopfschutz" folgende Informationen:


"(1) Ist das Tragen von Kopfschutz in Zone 1 erforderlich, soll er auch dann getragen werden, wenn nur solcher aus isolierenden Materialien verfügbar ist.


Hinweis: Erforderlicher Kopfschutz kann der Industrieschutzhelm oder die Industrie-Anstoßkappe sein.


(2) In Zone 0 soll nur Kopfschutz aus ableitfähigem Werkstoff getragen werden."


Hinweis:

Auf die FAQs des "Sachgebiet Kopfschutz" der DGUV möchten wir hinweisen. Insbesondere möchten wir die Frage "Sind herkömmliche Industrieschutzhelme ableitfähig bzw. antistatisch?"


"Zu den Begriffen "ableitfähig" und "antistatisch" besteht kein einheitlicher Sprachgebrauch. Nach der DGUV Information 213-060 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" gilt ein Stoff als ableitfähig, wenn dessen Oberflächenwiderstand R < 1011 Ohm bei 30 % rel. Luftfeuchte beträgt. Nur wenn zusätzlich experimentell keine Entladungen erzeugt werden können, sollte der Begriff "antistatisch" verwendet werden.


Industrieschutzhelme aus üblichen Kunststoffen erfüllen die genannten Anforderungen in der Regel allerdings nicht. Einzelne Hersteller haben Helme entwickelt, die durch die Beimischung bestimmter Zuschlagstoffe als ableitfähig nach IEC/TS 60079-32 bezeichnet werden können. Bei der Beurteilung der Ableitfähigkeit bzw. der Antistatik ist immer das "Gesamtsystem", also das Zusammenspiel von Schutzhelm, Schutzkleidung und Schutzschuhen zu betrachten."