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Gibt es eine Richtlinie, Verordnung oder Empfehlung zum Thema Pflanzen im Büro?

KomNet Dialog 43017

Stand: 23.01.2020

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Raumklima, Lüftung

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Frage:

Gibt es eine Richtlinie, Verordnung oder Empfehlung zum Thema Pflanzen im Büro? Es geht besonders um das Innenraumklima, Allergien und Pflegeaufwand.

Antwort:

In der DGUV-Information 215-520 "Klima im Büro - Antworten auf die häufigsten Fragen" wird auch auf Fragen zu Pflanzen im Büro eingegangen:


Fördern Pflanzen im Büro die Gesundheit?

Pflanzen tragen zum psychischen Wohlbefinden der Beschäftigten bei. Sie schaffen eine individuelle Arbeitsumgebung und eine lebendige Atmosphäre. Dies wird von den Beschäftigten als angenehm empfunden.

Damit die Pflanzen ihre Funktion als Wohlfühlelement erfüllen, bedarf es nicht nur der richtigen Pflanzenwahl, sondern selbstverständlich einer intensiven Pflege (Gießen, Düngen, Schneiden). Bei mangelnder Pflege können sich in der Blumenerde Schimmelpilze vermehren, die Sporen an die Raumluft abgeben.

Es ist darauf zu achten, dass nur gesunde Pflanzen aufgestellt werden. Kranke Pflanzen sind ein Ort für Schädlinge wie Milben und Läuse.

Bestimmte Pflanzen, z. B. die Birkenfeige (Ficus benjamina), können ein Allergierisiko darstellen.


Können Pflanzen Schadstoffe in der Luft abbauen?

Bestimmte Pflanzen können in geringem Umfang Schadstoffe aus der Raumluft abbauen. Allerdings ist die Schadstoffbelastung im Büro normalerweise nicht höher als die allgemeine Umweltbelastung.


Können Pflanzen die Luftfeuchte erhöhen?

Pflanzen können nur in seltenen Fällen helfen, die Luftfeuchte im Raum wesentlich zu erhöhen.

Der Effekt ist stark abhängig von der Art und Anzahl der Pflanzen. Es werden viele Pflanzen, insbesondere solche, die einen hohen Wasserbedarf haben, z. B. Zyperngras, benötigt, um die Luftfeuchte merklich zu beeinflussen.

Pflanzen sind Lebewesen, die mit Hilfe ihrer Spaltöffnungen ihren Feuchtigkeitshaushalt regulieren. Das heißt zum Beispiel, dass viele Arten bei höheren Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit ihre Spaltöffnungen schließen, um die Feuchtigkeitsabgabe an die Umgebungsluft zu verlangsamen.

Bei einem Austausch von Raumluft (+22 °C und 50 % relative Feuchte) gegen Außenluft (-4 °C und 50 % relative Feuchte) mit einer Luftwechselrate von 0,5 geht der Raumluft in jeder Stunde viel Feuchtigkeit verloren. Liefert man diese nicht umgehend nach (Luftbefeuchtung), hätte man im Büro nach einer Stunde nur noch eine Luftfeuchte von 29 % (s.a. Frage 7).

Ein Raum von 20 m2 Grundfläche und 2,7 m Deckenhöhe benötigt deshalb je Stunde eine zusätzliche Feuchtigkeitsmenge von ca. 230 g Wasser.

Um diese ausschließlich mit Pflanzen als Feuchtigkeitsspender zu decken, sollte folgende Rechnung beachtet werden:

Klassische Büropflanzen können insgesamt maximal 10 g Wasser pro Stunde und m2 Blattfläche verdunsten. Eine Schefflera arboricola (Kleine Strahlenaralie) von 1,3 m Höhe schafft mit ihren ca. 1,4 m2 Blättern eine Verdunstung von 14 g/Stunde.

Das heißt, man benötigt 16 dieser Pflanzen, um die ursprüngliche Luftfeuchte von 50 % im Büro wieder zu erreichen.