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Wird der Blaulichtanteil in Monitoren arbeitsmedizinisch als gesundheitsschädlich angesehen, und soll deshalb eine Bildschirmbrille mit Blaulichtfilter vom Arbeitgeber bezahlt werden?

KomNet Dialog 42504

Stand: 12.11.2018

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

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Frage:

Wird der Blaulichtanteil in Monitoren arbeitsmedizinisch als gesundheitsschädlich angesehen, und soll deshalb eine Bildschirmbrille mit Blaulichtfilter vom Arbeitgeber bezahlt werden?

Antwort:

Licht ist elektromagnetische Strahlung, die für das menschliche Auge sichtbar ist. TFT- bzw. LED-Monitore erzeugen alle Farbtöne des Lichts, indem sie Strahlung aus verschiedenen Grundfarben zusammensetzen bzw. mischen. Wesentlich für die Erzeugung des weißen Lichts ist ein hoher Blauanteil. Dieser kann weitgehend ungehindert auf die Netzhaut des hinteren Augenbereichs (Makula) treffen, an dem die farbempfindlichen Sinneszellen am dichtesten beieinander liegen. Insbesondere ein hoher Blauanteil kann die Fotorezeptoren der Makula schädigen. Eine solche „Blaulichtgefährdung“ wird als "Blue Hazard" bezeichnet. Je intensiver das Licht und je höher der (energiereiche) Blauanteil, desto schneller altern die Sehzellen, womit das Risiko für eine altersbedingte Makulaschädigung (Degeneration) ansteigt. Bei industriellen Anwendungen oder professionellen Bühnenbeleuchtungen mit sehr intensivem Licht sind die Risiken erwiesenermaßen hoch. Hier sind Schutzmaßnahmen der Augen unbedingt erforderlich.


Über die Schädigung der Netzhaut im Auge von lebenden Menschen durch einen hohen Blauanteil von TFT- bzw. LED-Farbbildschirmen (von denen eine relativ niedrige Lichtstärke ausgeht) gibt es bisher keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse. Es mehren sich jedoch die Hinweise auf eine Gefährdung. Daher erscheint es ratsam, so lange vorsichtig zu sein, bis wissenschaftliche Studien ein gesundheitliches Risiko für das Sehvermögen, bei täglich mehrstündiger Nutzung solcher Bildschirme, ausschließen.


Um Risiken zu vermindern empfiehlt es sich (vorsichtshalber) Einstellungen am Monitor und/oder in der Systemsteuerung des Betriebssystems vorzunehmen:

Nahezu jeder moderne Monitor bietet die Möglichkeit den Blauanteil zu vermindern, indem man die Einstellung von beispielsweise „strahlend weiß“, auf „woll-weiß“ ändert. Außerdem kann man zumeist die Monitorhelligkeit stufenlos reduzieren. Daneben kann man bei den meisten Betriebssystemen verschiedene Kontrasteinstellungen (z. B. weiße Schrift auf schwarzem Grund) festlegen oder Fensterfarben / Desktophintergründe mit geringem Weiß- bzw. Blauanteil wählen.


Bei einer Vorschädigung der Augen (z. B. operierter grauer Star oder beginnende Makuladegeneration) wäre, bezüglich Bildschirmbrille mit Blaulichtfilter, eine individuelle Beratung durch einen Augenarzt zu empfehlen, nicht jedoch generell.