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Ist es nach der aktuellen Arbeitsstättenverordnung zwingend erforderlich, dass für Frauen und Männer getrennte Umkleideräume existieren?

KomNet Dialog 4243

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Wasch- und Umkleideräume

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Frage:

Ist es nach der aktuellen Arbeitsstättenverordnung zwingend erforderlich, dass für Frauen und Männer getrennte Umkleideräume existieren oder reicht hier ein Umkleideraum, der von beiden Geschlechtern genutzt wird, wobei durch organisatorische Maßnahmen (verschiedene Umkleidezeiten, abschließbare Tür) eine getrennte Nutzung sichergestellt wird?

Antwort:

Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume sind für Männer und Frauen getrennt einzurichten oder es ist eine getrennte Nutzung zu ermöglichen (§ 6 Abs. 2 Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV). Sofern Umkleideräume nicht vorhanden sind, muss jedem Beschäftigten mindestens eine Kleiderablage zur Verfügung stehen (Ziffer 3.3 des Anhangs zur ArbStättV). Nach Ziffer 4.1 des Anhangs zur ArbStättV müssen Umkleideräume:  
"a) leicht zugänglich und von ausreichender Größe und sichtgeschützt eingerichtet werden; entsprechend der Anzahl gleichzeitiger Benutzer muss genügend freie Bodenfläche für ungehindertes Umkleiden vorhanden sein,
b) mit Sitzgelegenheiten sowie mit verschließbaren Einrichtungen ausgestattet sein, in denen jeder Beschäftigte seine Kleidung aufbewahren kann.
Kleiderschränke für Arbeitskleidung und Schutzkleidung sind von Kleiderschränken für persönliche Kleidung und Gegenstände zu trennen, wenn Umstände dies erfordern."

Nach § 8 der neuen ArbStättV gelten die bestehenden Arbeitsstättenrichtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.

Die ASR 34/1-5 Arbeitsstätten-Richtlinie Umkleideräume als konkretisierende Regel läßt die Forderung nach getrennten Umkleideräumen oder einer getrennten Nutzung offen (vergl. Nr. 4.1 ASR 34/1-5).

Letztlich bedeutet dies, dass der Arbeitgeber durch die Gefährdungsbeurteilung festlegen muss, welche Maßnahme ausreichend ist.  Die ArbStättV verfolgt das Ziel von getrennten Umkleideräumen, lässt aber auch eine getrennte Nutzung des Umkleideraumes zu. Diese Möglichkeiten gehen insbesondere auf die Bedürfnisse von kleineren Betrieben ein (§ 3 Abs. 3 ArbStättV).