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Wie stark ist die gesundheitliche Belastung beim Einatmen von Acetondämpfen?

KomNet Dialog 4000

Stand: 15.03.2006

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
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Frage:

Wie stark ist die gesundheitliche Belastung beim Einatmen von Acetondämpfen?

Antwort:

Informationen zum Stoff Aceton bietet die Gestis-Stoffdatenbank unter dem Suchwort "Aceton" --> Kapitel: Arbeitsmedizin und Erste Hilfe an. Aceton ist eine leichtentzündliche Flüssigkeit, die als reizend zu kennzeichnen ist. Aceton sind folgende Hinweise auf die besonderen Gefahren (R-Sätze) und Sicherheitsratschläge (S-Sätze) zugeordnet:

R 11 Leichtentzündlich
R 36 Reizt die Augen
R 66 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen
R 67 Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen


S (2) Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen (wenn für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt)
S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren

Die gesundheitliche Belastung beim Einatmen von Acetondämpfen ist maßgeblich von der Höhe der Konzentration abhängig.

Folgende gesundheitlichen Belastungen sind bekannt; diese sind auch im Sicherheitsdatenblatt unter den jeweiligen Kapiteln aufgeführt:
- Einatmen oder Verschlucken kann zu Gesundheitsschäden führen.
- Reizt Atemwege und Augen.
- Aceton kann die Haut entfetten und bei häufigem Kontakt zu Hautentzündungen führen.
- Vorübergehende Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen können auftreten.
- Kann Gesundheitsstörungen wie Rausch, Hornhautschäden verursachen.
- Kann zu Herzrhythmusstörungen mit Herz-Kreislauf-Versagen führen. Quelle: www.gischem.de

 

Die für den Umgang mit Gefahrstoffen geltende Gefahrstoffverordnung fordert, dass der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung  festzustellen hat, ob die Beschäftigten Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen oder ob Gefahrstoffe bei diesen Tätigkeiten entstehen oder freigesetzt werden. Ist dies der Fall, so hat er alle hiervon ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten unter folgenden Gesichtspunkten zu beurteilen:
1. gefährliche Eigenschaften der Stoffe oder Zubereitungen,
2. Informationen des Herstellers oder Inverkehrbringers zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit insbesondere im Sicherheitsdatenblatt nach § 6,
3. Ausmaß, Art und Dauer der Exposition unter Berücksichtigung aller Expositionswege; dabei sind die Ergebnisse nach § 9 Abs. 4 und § 10 Abs. 2 zu berücksichtigen,
4. physikalisch-chemische Wirkungen,
5. Möglichkeiten einer Substitution,
6. Arbeitsbedingungen und Verfahren, einschließlich der Arbeitsmittel und der Gefahrstoffmenge,
7. Arbeitsplatzgrenzwerte und biologische Grenzwerte,
8. Wirksamkeit der getroffenen oder zu treffenden Schutzmaßnahmen,
9. Schlussfolgerungen aus durchgeführten arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.

Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurde und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden.
Bei der Gefährdungsbeurteilung sollte er sich von der Sicherheitsfachkraft und dem Betriebsarzt beraten lassen.