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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Arbeiten darf ich als schwangere Physiotherapeutin noch tun? Welche Aufgaben hat mein Arbeitgeber?

KomNet Dialog 3697

Stand: 19.10.2011

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
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Frage:

Ich bin Physiotherapeutin in einer kleinen Praxis für Physiotherapie (4 Angestell.). Nun bin ich im 6. Monat schwanger und weiß nicht so recht, was ich noch in der Praxis arbeiten darf oder nicht. Ich weiß zwar, was im Mutterschutzgesetz geschrieben steht, allerdings kann ich das nicht so recht auf meinen Arbeitsbereich beziehen. V.a. den Punkt heben und tragen von Lasten regelmaßig 5 kg und gelegentlich 10 kg. Z.B ich trage oder hebe selten, allerdings durch spezielle Techniken in der Physiotherapie muß ich stets starke Kräfte mobilisieren. Jeder sagt zwar `halte Dich zurück`, aber das geht halt nicht immer!!! Wie kann ich mich verhalten und was ist Aufgabe meines Arbeitgebers?

Antwort:

Zu den Grundpflichten des Arbeitgeber gehört, dass nach Bekanntwerden der Schwangerschaft die Arbeitsbedingungen einer werdenden Mutter gem. § 1 der Mutterschutzverordnung -MuSchV- im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung auf gesundheitliche Gefahren hin überprüft werden müssen. Es sind hier Art, Ausmaß und Dauer möglicher Gefahren auf der Grundlage der §§ 4 und 8 Mutterschutzgesetzes - MuSchGund §§ 4 und 5 MuSchV zu betrachten.
Im vorliegenden Fall müssen insbesondere die physischen Belastungen, die bei der Ausübung physiotherapeutischer Tätigkeiten auftreten können, beurteilt werden. Lassen sich die zum gesundheitlichen Schutz von Mutter und Kind bestehenden Beschäftigungsverbote des Mutterschutzgesetzes - MuSchG nicht einhalten, muss der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen veranlassen. Verboten sind gem. § 4 MuSchG z. B. dass Heben von Tragen von Lasten über 5 Kg Gewicht, Tätigkeiten, die häufiges Beugen und Strecken und Arbeiten in Zwangshaltung erfordern.
Aufgrund der bestehenden Rechtslage muss der Hinweis auf Zurückhaltung bei der Arbeit als nicht ausreichend angesehen werden. Es sind im vorliegenden Fall vielmehr konkrete Regelung von Seiten des Arbeitgebers erforderlich. Darüber hinaus ist eine werdende Mutter nach § 2 MuSchV über das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung und die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu informieren. Kann die Einhaltung von Beschäftigungsverboten durch eine Umgestaltung der Arbeitsbedingungen oder eine Umbesetzungsmaßnahme nicht im erforderlichen Umfang sichergestellt werden, darf eine werdende Mutter gem. § 3 Abs. 3 MuSchV nicht weiter beschäftigt werden. Der Arbeitgeber hat eine Freistellung zu veranlassen.
Siehe auch die Dialogeder KomNet-Dialogdatenbank.

Stand: November 2005