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KomNet-Wissensdatenbank

In welchem Umfang ist es in Laboren zulässig, Chemikalienreste und nicht mehr benötigte Proben über den Ausguss zu entsorgen?

KomNet Dialog 3682

Stand: 04.08.2005

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sanierungsarbeiten, Entsorgung

Dialog
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Frage:

In vielen Laboren ist es gängige Praxis, dass Chemikalienreste oder nicht mehr benötigte Proben über den Ausguss `entsorgt` werden. Wo aber findet man konkrete Hinweise dazu, bis zu welchen Grenzen (WGK, Konzentrationen o.ä.) dies zulässig ist? Worauf ist in entsprechenden Betriebsanweisungen Bezug zu nehmen? Zwar geben Sicherheitsdatenblätter Entsorgungshinweise für z.B. Natronlauge 60%, was ist aber, wenn die Lauge stark verdünnt (z.B. auf 2%) wurde?

Antwort:

Regelungen zur Entsorgung von Abfällen sind in den Richtlinien für Laboratorien BGR 120 - Richtlinie "Laboratorien" (Jetzt BGI 850-0) unter Abschnitt 6 „Umgang mit Abfällen“ getroffen.
Die BGR 120 sieht nicht vor, dass Chemikalienreste über den Ausguss entsorgt werden.

BGR 120 Ziffer 6.1.1:
„Die einzelnen Abfallarten sind getrennt zu sammeln, damit gefährliche Reaktionen ausgeschlossen sind. Es sind Behälter bereitzustellen, die nach Größe und Bauart für die Sammlung der einzelnen Abfallarten geeignet sind und die von den Beschäftigten sicher transportiert werden können. Insbesondere müssen die Behälter den zu erwartenden chemischen und mechanischen Beanspruchungen durch die Füllgüter standhalten.“

Die Entsorgung über den Ausguss sollte daher kritisch hinterfragt und für das Labor im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ein Entsorgungskonzept erstellt werden.

Ob bzw. welche Chemikalien weiterhin über den Ausguss entsorgt werden können, sollte mit der kommunalen Wasserbehörde abgestimmt werden.