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Welche Art von Arbeitsschuhen benötigen Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen, und wer trägt die Kosten?

KomNet Dialog 3656

Stand: 15.10.2005

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

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Frage:

Welche Art von Arbeitsschuhen benötigen Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen, und wer trägt die Kosten?

Antwort:

Die Kostenübernahme für Arbeitsschuhe muss, wie auch für Arbeitskleidung, grundsätzlich arbeitsvertraglich geregelt werden (tarifrechtliche bzw. betriebliche Vereinbarungen bzw. per Einzelvertrag).

Anders ist die Situation für das Bereitstellen persönlicher Schutzausrüstung wie Schutzschuhe. Der Arbeitgeber ist gemäß § 3 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet Maßnahmen zu treffen, durch die Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet wird. Dazu hat der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung  zu ermitteln, ob mit Fuß- oder Beinverletzungen, insbesondere durch
• Stoßen,
• Einklemmen,
• umfallende, herabfallende oder abrollende Gegenstände,
• Hineintreten in spitze Gegenstände,
• heiße oder ätzende Flüssigkeiten oder
• mit anderen gesundheitsgefährlichen Umgebungseinflüssen
zu rechnen ist.

Nähere Informationen dazu bietet die BGR 191 "Benutzung von Fuß- und Beinschutz"  . Zu berücksichtigende Gefährdungen beim Fußschutz sind in Anhang 1 und 2 BGR 191 aufgeführt.

Nach § 2 der Benutzungsverordnung für persönliche Schutzausrüstungen (PSA-BV) hat der Arbeitgeber u.a. dafür zu sorgen, dass bei der Auswahl und Bereitstellung die örtlichen Bedingungen und ergonomische und gesundheitliche Anforderungen zu berücksichtigen sind.

Die Ermittlungspflicht gilt auch für die Arbeitgeber in Krankenhäuser und Heimen. In diesen Arbeitsbereichen sind noch andere Faktoren wie krankenhaushygienische Aspekte und Aspekte der Infektionsvorsorge zu berücksichtigen.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Maßnahmen des Arbeitsschutzes für die Beschäftigten unentgeltlich durchzuführen (§ 3 Abs. 2 und 3 ArbSchG). Die Kosten für persönliche Schutzausrüstung von Beschäftigten muss daher der Arbeitgeber tragen.

Ggf. sollte der Sachverhalt im Arbeitsschutzausschuss erörtert werden.