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KomNet-Wissensdatenbank

Sind für Außendienstmonteure Umkleideräume mit Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Arbeits- bzw. Straßenkleidung vorzusehen?

KomNet Dialog 3564

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Wasch- und Umkleideräume

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Frage:

Ein Betrieb mit ca. 16 Monteuren ist mit den Aufbau von Küchen beschäftigt. Die im Lager stehenden Teile werden morgens geladen und zum Kunden gebracht. Anschließend wird die Küche beim Kunden montiert. Die meisten Monteure kommen schon in Arbeitskleidung zur Arbeit und fahren mit Arbeitskleidung wieder nach Hause. Da 3 Monteure mit dem Motorrad zur Arbeit kommen, und das Lager ab ca. 16:00 Uhr verschlossen ist, müssen sich die Monteure (bei Wind und Wetter) im Freien umziehen. Sind für diese Monteure Umkleideräume bereitzustellen und muss eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Arbeitskleidung / Straßenkleidung vorhanden sein.

Antwort:

In der neuen Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV– sind nach § 6 Abs. 2 Satz 3 Umkleideräume vorzusehen bzw. bereitzustellen, wenn es die Art der Tätigkeit erfordert (Tragen von besonderer Arbeitskleidung) und es ihnen nicht zuzumuten ist, sich in anderen Räumen umzukleiden. Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume sind für Männer und Frauen getrennt einzurichten oder es ist eine getrennte Nutzung zu ermöglichen. 

Gemäß der Kommentierung zur alten Arbeitsstättenverordnung mussen besondere Gründe vorliegen, die das Tragen der Arbeitskleidung rechtfertigen. Diese können z.B. durch:

  • hygienische, infektions- und gesundheitsgefährdende Tätigkeiten oder
  • stark schmutzende Tätigkeiten ausgelöst werden.

Liegen diese nicht vor, so ist ein besonderer Umkleideraum, der den Anforderungen der ArbeitsstättenVO genügen muss, nicht vorgeschrieben. Hier reicht ein Raum, der Schutz vor Witterung und Einblick (sittliche Gefährdung) gewährt. Dies wird vielfach dadurch erreicht, dass in dem Gebäude des Kunden ein Raum zum Umkleiden gestellt wird. Läßt sich dies nicht einrichten, so muss vor Ort eine geschützte Umkleidemöglichkeit durch den Arbeitgeber geschaffen werden. Bei größeren Bauvorhaben werden zu diesem Zwecke Baustellenwagen oder -container bereitgestellt.

Sollten diese Möglichkeiten alle nicht geifen, so muss die vorhandene Umkleidemöglichkeit am Firmensitz genutzt werden.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, auf Grund seiner durchgeführten Gefährdungsbeurteilung (Arbeitsschutzgesetz) eine Bewertung der Tätigkeiten im Außendienst durchzuführen. Hierbei sollte er die Erkenntnisse des Betriebsarztes und der Sicherheitsfachkraft berücksichtigen. Dabei ist auch zu bewerten, ob für die Arbeit Arbeitskleidung vorgesehen ist, oder ob die Arbeitskleidung nur eine Vereinheitlichung gegenüber dem Kunden symbolisieren soll. 

Die Bewertung führt dann zu der entsprechenden Maßnahmen, die wie oben schon ausgeführt, sehr differenziert ausfallen kann. Beispielsweise kann das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung zu einer kompletten Einrichtung eines Umkleideraumes mit Kleiderspinden führen, sie kann aber auch zu einem einfachen geschützten Bereich (z.B. abschließbare Toilette) für die Beschäftigten führen.

Was allerdings ausgeschlossen bleibt, ist das erforderliche Umkleiden im Freien (fehlender Schutz gegen Witterungseinflüsse).

Prinzipell könnte der Arbeitgeber die Arbeit auch so organisieren, dass Arbeitsbeginn und Arbeitsende nach Möglichkeit am Firmensitz erfolgen und somit das erforderliche Umkleiden in den Umkleideräumen des Betriebes zu erfolgen hat.