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KomNet-Wissensdatenbank

Muss in einer Arztpraxis ein Umkleideraum vorhanden sein?

KomNet Dialog 1412

Stand: 10.12.2010

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Wasch- und Umkleideräume

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Frage:

Muss in einer Arztpraxis für Allgemeinmediziner ein Umkleideraum auf Grund der Biostoff- oder Arbeitsstättenverordnung vorhanden sein? Die `Schutzkleidung` besteht normalerweise nur aus einem Kittel, der über der normalen Kleidung getragen wird.

Antwort:

In einer Arztpraxis für Allgemeinmedizin besteht eine Infektionsgefährdung der Beschäftigten im Sinne einer ungezielten Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen (siehe Biostoffverordnung - BiostoffV ).
Kittel, die Ärztinnen bzw. Ärzte, das Assistenz- und das Reinigungspersonal in Arztpraxen tragen, dienen dem Schutz ihrer Kleidung gegen die Verschmutzung mit Krankheitskeimen (z.B. in Körpersekreten der Patienten).
Auf der Grundlage des § 10 Abs. 1 BiostoffV werden in der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 500 Unterpunkt 5.2 www.baua.de/trba vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidemöglichkeiten als Mindestanforderung beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen gefordert.
Nach § 6 Abs. 2 der Arbeitsstättenverordnung sind den Arbeitnehmern nur dann Umkleideräume zur Verfügung zu stellen, wenn es ihnen aus gesundheitlichen oder sittlichen Gründen nicht zuzumuten ist, sich in einem anderen Raum umzuziehen. Dieses wäre in einer Allgemeinmedizinpraxis, in der nur ein Kittel über die Straßenkleidung gezogen wird, nicht der Fall, d.h. es müsste eine vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidemöglichkeit, jedoch kein abgetrennter Umkleideraum zur Verfügung gestellt werden.
Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass in jedem Einzelfall der Arbeitgeber, hier der Praxisinhaber der allgemeinmedizinischen Praxis, aufgrund der Gefährdungsbeurteilung zunächst abklären muss, welche Gefährdungen der Beschäftigten in seiner Praxis durch biologische Arbeitsstoffe (Krankheitskeime) oder Gefahrstoffe bestehen, und ob das Tragen eines Kittels über der Straßenkleidung als Schutzmaßnahme ausreicht.
Neben den o.g. Umkleidemöglichkeiten muss in jedem Fall in der Arztpraxis gemäß TRBA 500 Unterpunkt 5.3 eine getrennte Aufbewahrung der Straßenkleidung (z.B. des Mantels) von der Arbeitskleidung (Schutzkittel) gewährleistet sein. Dieses kann durch 2 getrennte Schränke oder einen längsgeteilten Schrank erfolgen.