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In welche Schutzstufe sind nicht gezielte Tätigkeiten mit geringen Mengen an humanem Blut/Serum einzustufen?

KomNet Dialog 3561

Stand: 24.09.2026

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (6.1) > Sonstiges (6.1.3)

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Frage:

In welche Schutzstufe nach der Biostoffverordnung sind nicht gezielte Tätigkeiten (keine Erregerisolierung) mit geringen Mengen an humanem Blut/Serum in einem industriellen Forschungs- und Entwicklungslabor einzustufen.

Antwort:

Unter Abschnitt 3.5.1 Absatz 4 der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" ist Folgendes nachzulesen:

"Nicht gezielte Tätigkeiten liegen vor, wenn eines der oben genannten Kriterien für gezielte Tätigkeiten nicht erfüllt ist. So sind die Untersuchungen von humanem Probenmaterial (z. B. Blut, Abstriche, Gewebsproben) sowie von Umweltproben im Rahmen der mikrobiologischen, der klinisch-chemischen oder einer sonstigen speziellen Diagnostik eine nicht gezielte Tätigkeit. Dies ist auch bei Tätigkeiten mit Probenmaterial der Fall, das von einem Spender mit eindeutigem Infektionsverdacht oder positivem Infektionsbefund stammt, sofern diese nicht auf den entsprechenden Biostoff ausgerichtet sind. Zytologische oder histologische Untersuchungen an nicht inaktiviertem Material stellen ebenfalls nicht gezielte Tätigkeiten dar."


Weiterhin führt der Abschnitt 3.6.1 "Medizinische/tiermedizinische Laboratorien" u. a. aus:

"(1) Klinische Probenmaterialien (Körperflüssigkeiten, Gewebe, Zellkulturen etc.), deren Infektionsstatus nicht weiter charakterisiert ist, sind als potenziell infektiös anzusehen. Deswegen sind entsprechende Tätigkeiten im Allgemeinen unter den Bedingungen der Schutzstufe 2 nach Abschnitt 4.1 und 4.3 durchzuführen. 

(2) Liegen Verdachtsmomente einer Infektion mit einem Biostoff der Risikogruppe 4 vor, sind alle orientierenden Untersuchungen (Erstdiagnostik) von Proben mit nicht inaktiviertem Material mindestens unter den Bedingungen der Schutzstufe 3 nach Abschnitt 4.4.2 durchzuführen. Liegen Untersuchungsproben von einem mit einem Biostoff der Risikogruppe 4 infizierten akut erkrankten Patienten vor, sind labordiagnostische Untersuchungen mit nicht inaktiviertem Material unter den Bedingungen der Schutzstufe 4 nach Abschnitt 4.5 durchzuführen. 

(3) Liegen nach der Charakterisierung humanen Probenmaterials klinisch unauffälliger Spender keine Biostoffe der Risikogruppe 2 und höher vor, so sind die Bedingungen der Schutzstufe 1 nach Abschnitt 4.2 ausreichend. Dies ist z. B. der Fall, wenn die Probenmaterialien HIV-, HBV- und HCV-negativ sind. Es kann dann davon ausgegangen werden, dass eine Infektionsgefährdung durch andere Biostoffe (Krankheitserreger) zwar nicht auszuschließen aber unter Beachtung der allgemeinen Hygienemaßnahmen nach TRBA 500 „Grundlegende Maßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ vernachlässigbar ist [30]. 

(4) Ist der Infektionsstatus des Probenmaterials bekannt, liegen Biostoffe der Risikogruppe 3, z. B. HIV, HBV oder HCV, vor und sind die Tätigkeiten nicht auf diese ausgerichtet, kann im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung entsprechend der in Abschnitt 3.5.3 genannten Kriterien geprüft werden, ob die Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 2 nach Abschnitt 4.3, ggf. mit einzelnen, zusätzlich festzulegenden Schutzmaßnahmen, ausreichend sind. Ist dies nicht der Fall, sind die Tätigkeiten unter den Bedingungen der Schutzstufe 3 entsprechend Abschnitt 4.4.2 durchzuführen.

[...]"