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KomNet-Wissensdatenbank

Was muss/sollte man gegen schimmelpilzbelastete Paletten tun?

KomNet Dialog 3426

Stand: 15.07.2005

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

Dialog
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Frage:

Gemäß der Vorschrift für Verpackungsholz IPPC-Standard ISPM 15 lassen wir unsere Paletten behandeln. Unser Problem: Die Paletten sind häufig mit Schimmelpilz behaftet. Sind diese Pilze gefährlich für die Mitarbeiter? Was können wir dagegen tun?

Antwort:

Schimmelpilze sind Organismen, die uns überall im täglichen Leben begegnen. Schimmelpilzbefallene Paletten sind daher nicht direkt und unmittelbar gefährlich für die Mitarbeiter.

Die gesundheitliche Bewertung ist abhängig von der Menge an Sporen, die die Schimmelpilze in die Luft abgeben und der Menge an Sporen, die der Einzelne einatmet. Die Belastung ist größer, wenn die Paletten beispielsweise in geschlossenen Räumen ohne regelmäßige Lüftung gelagert werden. Neben der Ausdehnung des Schimmelpilzbefalls spielt für die Sporenfreisetzung auch die Art der Schimmelpilze sowie die Tiefe des Befalls eine Rolle sowie die Frage, ob es sich um einen feuchten, aktiven oder getrockneten Befall handelt.

Die häufige Exposition gegenüber erhöhten Luftkonzentrationen von Schimmelpilzsporen stellt eine mögliche Gefährdung für den Menschen dar. Bei empfindlichen und zu Allergien neigenden bzw. bereits sensibilisierten Personen können eingeatmete Pilzsporen zu allergischen Erkrankungen wie allergischem Schnupfen, allergischem Asthma und Alveolitis führen. Auch bei gesunden Personen kann deren Einatmen in hohen Konzentrationen auf Dauer zu Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Reizung der Schleimhäute führen und das Immunsystem schwächen.

Voraussetzung für Schimmelpilzwachstum ist in der Regel Feuchtigkeit und Wärme. Bei trockener und kühler Lagerung der Paletten wird sich das Risiko eines Schimmelpilzbefalls reduzieren. Ein oberflächlicher und nicht zu ausgedehnter Befall lässt sich mit heißem Wasser und Seife, durch Desinfektion mit 80%igem Alkohol oder auch mechanisch durch Abschleifen oder Abhobeln beseitigen. Fungizide können unter Beachtung der erforderlichen Schutzmaßnahmen ebenfalls eingesetzt werden. Feuchtes Holz mit aktivem Schimmelpilzwachstum ist allerdings schwierig zu sanieren. Ob sich der Aufwand und die damit verbundenen Kosten lohnen, müsste geprüft werden. Es gibt auch eine Reihe von Schimmelpilzarten, die zellulosezerstörend sind, d.h. sie bauen Holz ab, greifen das Palettenmaterial an und gefährden durch die Instabilität der Paletten die Mitarbeiter. Diese sollten dann besser entsorgt werden.


Eine ausführliche Darstellung zu Schimmelpilzen in Räumen (Auftreten und Wirkungen) finden Sie auf der Homepage des Umweltbundesamtes (UBA): http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/schimmel.htm (Broschüre und Leitfaden).

Allgemeine Schutzmaßnahmen beim Tätigkeiten mit Schimmelpilzsporen gibt die TRBA 500. Weitere Infos sind auch unter der nachfolgenden Internetadresse zu beziehen: http://schimmel-schimmelpilze.de/sanierung-von-schimmelpilz.html