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KomNet-Wissensdatenbank

Darf der Gabelstapler eines an Herzschwäche leidenden Mitarbeiters mit einer Funktion ausgestattet werden, die dieser alle 3 sec. drücken muss?

KomNet Dialog 3414

Stand: 04.08.2008

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Besondere Zielgruppen > Leistungsgewandelte Arbeitnehmer/innen, (Schwer-) Behinderung

Dialog
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Frage:

Ist es zulässig, Gabelstapler zusätzlich mit einer Funktion (`Totmann-Schalter`, alle 3 sec. drücken - ähnlich wie in Zügen) auszustatten, wenn der Gabelstapler durch eine Personen bedient wird, welche an Herzschwäche leidet?

Antwort:

Nach der Unfallverhütungsvorschrift BGV D27- Flurförderzeuge darf der Arbeitgeber mit dem selbständigen Steuern von Flurförderzeugen (Gabelstaplern) mit Fahrersitz oder Fahrerstand Personen nur beauftragen, die

  • mindestens 18 Jahre alt sind,
  • für diese Tätigkeit geeignet und ausgebildet sind und
  • ihre Befähigung nachgewiesen haben. Der Auftrag muss schriftlich erteilt werden.
Als Nachweis der körperlichen Eignung gilt die Feststellung im Rahmen der arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 25 "Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten" (BGG 904).

Bei einem Arbeitnehmer mit Herzschwäche ist die körperliche Eignung zum selbständigen Steuern von Flurförderzeugen fraglich. Die Entscheidung muss der untersuchende Arzt treffen.

Ein Betätigungsschalter, mit dem der Fahrer seine Handlungsfähigkeit in regelmäßigen Abständen quittieren muss, ist bei Flurförderzeugen eine ungeeignete Maßnahme.

Die BGV D27 und der BGG 904  (es handelt sich um die BGG 904) sind im Internet z.B. unter http://publikationen.dguv.de  erhältlich.