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Gelten die Vorgaben bzgl. Vorsorgeuntersuchungen zu Feuchtarbeit auch beim Arbeiten mit Fingerlingen?

KomNet Dialog 30876

Stand: 24.12.2017

Kategorie: Gesundheitsschutz > Arbeitsmedizinische Vorsorge > Untersuchungsinhalte

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Frage:

Gelten die Vorgaben bzgl. Vorsorgeuntersuchungen zu Feuchtarbeit auch beim Arbeiten mit Fingerlingen?

Antwort:

Sobald es sich um Feuchtarbeit im Sinne der TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt - Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" handelt, ist die entsprechende Vorsorge durchzuführen bzw. anzubieten. Dies gilt auch bei Arbeiten mit Fingerlingen.


Unter dem Punkt 2.4 wird die Feuchtarbeit folgendermaßen definiert:

 

"Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder flüssigkeitsdichte Handschuhe tragen oder häufig oder intensiv ihre Hände reinigen, sind Feuchtarbeit."


Nach dem Punkt 3.3.4 Absatz 2 gilt folgendes:


"(2) Der Arbeitgeber hat zu ermitteln, ob die Kriterien für Feuchtarbeit vorliegen. Zu Feuchtarbeit gehören Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit, d. h.

  1. regelmäßig mehr als zwei Stunden pro Tag mit ihren Händen Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder
  2. häufig bzw. intensiv ihre Hände reinigen müssen oder
  3. einen entsprechenden Zeitraum Schutzhandschuhe mit Okklusionseffekt (Wärme- und Feuchtigkeitsstau) tragen. Die flüssigkeitsdichte Wirkung von Schutzhandschuhen verhindert die Schweißabgabe nach außen, so dass die Haut mit zunehmender Tragedauer aufquillt, wodurch ihre Barrierewirkung nachlässt. Durch diese vorgeschädigte Haut wird ein Eindringen von Irritantien, potenziell allergen (sensibilisierend) wirkenden Stoffen oder Infektionserregern erleichtert."

Weitere Informationen zur Feuchtarbeit finden sich in den Punkten 4.2.4, 5.3 und 8.