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Ist ein Arbeitsplatz in einer Waschstraße als Nässe- bzw. Feuchtarbeitsplatz anzusehen?

KomNet Dialog 28515

Stand: 07.03.2017

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sichere Produkte

Dialog
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Frage:

Ist ein Arbeitsplatz in einer Waschstraße als Nässe-/Feuchtarbeitsplatz anzusehen? Der erste Arbeitsplatz umfasst die Vorreinigung der Fahrzeuge mittels Hochdruckreiniger. Der zweite- die Scheiben-, Beleuchtungs-, Kennzeichen- und Felgenreinigung von Hand per Schwamm.

Antwort:

In der TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt - Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" ist die Feuchtarbeit unter dem Punkt 2.4 folgendermaßen definiert:
 
"Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder flüssigkeitsdichte Handschuhe tragen oder häufig oder intensiv ihre Hände reinigen, sind Feuchtarbeit."
 
Weitere Informationen finden sich unter dem Punkt 3.3.4 Absatz 2 und 3:
 
"(2) Der Arbeitgeber hat zu ermitteln, ob die Kriterien für Feuchtarbeit vorliegen. Zu Feuchtarbeit gehören Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit, d. h.
1. regelmäßig mehr als zwei Stunden pro Tag mit ihren Händen Arbeiten im feuchten Milieu ausführen oder
2. häufig bzw. intensiv ihre Hände reinigen müssen oder
3. einen entsprechenden Zeitraum Schutzhandschuhe mit Okklusionseffekt (Wärme- und Feuchtigkeitsstau) tragen. Die flüssigkeitsdichte Wirkung von Schutzhandschuhen verhindert die Schweißabgabe nach außen, so dass die Haut mit zunehmender Tragedauer aufquillt, wodurch ihre Barrierewirkung nachlässt. Durch diese vorgeschädigte Haut wird ein Eindringen von Irritantien, potenziell allergen (sensibilisierend) wirkenden Stoffen oder Infektionserregern erleichtert.
 
(3) Zeiten der Arbeiten im feuchten Milieu und Zeiten des Tragens von flüssigkeitsdichten Handschuhen sind zu addieren, wenn nicht wirksame Maßnahmen zur Regeneration der Haut getroffen worden sind."
 
Fazit:
Unter Betrachtung der genannten Definitionen handelt es sich bei den von Ihnen beschriebenen Tätigkeiten, unserer Einschätzung nach, um Feuchtarbeiten. 

Hinweis:
In der Broschüre M650 „Hauptsache Hautschutz“ der BGW wird unter dem Punkt 3.2 u. a. folgende Aussage getroffen:
 
"…ist eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter regelmäßig täglich mehr als vier Stunden für Feuchtarbeiten eingeteilt, müssen Sie eine Pflichtvorsorge veranlassen."