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KomNet-Wissensdatenbank

Bestehen durch ein MRT-Gerät Gefährdungen für werdende Mütter?

KomNet Dialog 26266

Stand: 29.03.2016

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Sichere Produkte > Sichere Produkte

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Frage:

In unserem Klinikum arbeiten wir mit einem MRT Gerät. Das arbeitet mit einer Stärke von 1,5 Tesla. Für diesen Bereich muss ich für werdende Mütter Gefährdungsbeurteilungen erstellen. Bestehen durch das magnetische Feld oder andere Umstände im Untersuchungsraum Gefährdungen für diese Personengruppe?

Antwort:

Gegenüber der Anwendung von Röntgenstrahlung zeichnet sich die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) dadurch aus, dass sie auf den Einsatz von ionisierenden Strahlen verzichtet. Die gesundheitliche Gefährdung bei der MRT ergibt sich aus dem Einfluss starker statischer Magnetfelder, hochfrequenter elektromagnetischer Felder und Gradientenfelder. Das statische Magnetfeld ist aus technischen Gründen immer eingeschaltet. Die Hochfrequenz und die Gradientenfelder treten nur während der Untersuchungen auf. Zurzeit gibt es keine speziellen Grenzwerte weder für werdende noch für stillende Mütter. Deshalb ist bei der zu erstellenden Gefährdungsbeurteilung besonders auf eine präventive Risikominimierung unter Berücksichtigung des Einzelfalls zu achten.

Die Strahlenschutzkommission (SSK) hat in den „Empfehlungen zur sicheren Anwendung magnetischer Resonanzverfahren in der medizinischen Diagnostik“ (Bericht der SSK, Heft 36/2003) festgestellt, dass weibliche Mitarbeiter darauf hinzuweisen sind, dass bei Bestehen einer Schwangerschaft der Aufenthalt im Magnetraum grundsätzlich zu unterbleiben hat.
Aus der Sicht des Arbeitsschutzes sollte der Einsatz werdender Mütter nur im Schaltraum (Bedienraum) erfolgen. Im Magnet- und Untersuchungsraum besteht für Schwangere nach § 4 Abs 1 Mutterschutzgesetz ein Aufenthalts- und Beschäftigungsverbot.

Weitere nützliche Informationen finden Sie im Portal Gefährdungsbeurteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz: http://www.gefaehrdungsbeurteilung.de/de/gefaehrdungsfaktoren/physikalische_einwirkungen/elektromagnetische_felder 

Auf die Informationen unter https://www.mais.nrw/mutterschutz sowie das Merkblatt "Werdende Mütter im Krankenhaus" weisen wir hin. .