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KomNet-Wissensdatenbank

Darf ich als Schwangere auf eigenen Wunsch nachts und sonntags arbeiten?

KomNet Dialog 25998

Stand: 23.02.2016

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

Dialog
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Frage:

Ich arbeite in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, möchte mich jedoch nun auf eine ähnliche Stelle in einem anderen Ort bewerben. Allerdings bin ich in der 11. Woche schwanger, was ich während eines Vorstellungsgespräches auf keinen Fall verschweigen möchte. Nun meine Frage: Könnte ich mich für die neue Stelle ausdrücklich damit einverstanden erklären, auch nachts oder sonntags zu arbeiten?

Antwort:

Bei einer Beschäftigung einer werdenden Mutter muss der Arbeitgeber von sich aus die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes - MuSchG und der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz - MuSchArbV einhalten und die erforderlichen Maßnahmen treffen.

In Bezug auf Ihre Frage nach Nacht- und Sonntagsarbeit ist der § 8 MuSchG relevant. Danach dürfen werdende Mütter nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. In dem Paragrafen werden auch Ausnahmen von diesem Verbot genannt. Außerhalb dieser Ausnahmen ist die Nacht- und Sonntagsarbeit für Schwangere verboten, auch wenn sie sich freiwillig hierzu bereit erklären.

Nach § 8 (6) MuSchG kann die zuständige Behörde Nacht- und Sonntagsarbeit einer Schwangeren zustimmen. Voraussetzung hierfür ist in der Regel, dass der Arbeitgeber dies bei der zuständigen Behörde beantragt (incl. der genauen Arbeitszeiten), Ihr Arzt die Unbedenklichkeit bescheinigt und Sie dieser Tätigkeit zustimmen.