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KomNet-Wissensdatenbank

Ist für eine schwangere Erzieherin in einem Kinderheim Sonntagsarbeit und Arbeit nach 20.00 Uhr erlaubt?

KomNet Dialog 1896

Stand: 19.04.2016

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Arbeitszeit- und Ruhepausenregelung

Dialog
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Frage:

Ich bin in der achten Woche schwanger. Ich arbeite als Erzieherin in einem Kinderheim (stationäre Erziehungshilfe). Gehört ein Kinderheim zum Beherbergungswesen und ist Sonntags- und Nachtarbeit sowie Arbeit nach 20 Uhr erlaubt?

Antwort:

Die Beschäftigung werdender Mütter an Sonn- und Feiertagen und nach 20.00 Uhr ist abweichend von den arbeitszeitlichen Beschränkungen des § 8 Abs. 1 Mutterschutzgesetz -MuSchG- möglich, wenn der Einsatz in einem Bereich erfolgt, der dem "übrigen" Beherbergungswesen zuzurechnen ist. Unter die Begriffsbestimmung fallen nach gängiger Rechtsauffassung unter anderem alle Arten von Heim- und Wohneinrichtungen. Erfaßt werden davon insbesondere Alten-, Pflege-, Behinderten- und Kinderheime einschließlich der stationären Wohngruppen, in denen Kinder und Jugendliche "rund um die Uhr" betreut werden müssen. Die Festlegung bedeutet, dass werdende Mütter gem. § 8 Abs. 3 und 4 MuSchG in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft bis 22.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen in derartigen Einrichtungen beschäftigt werden dürfen. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass für die geleistete Sonn- und Feiertagsarbeit den Schwangeren in jeder Woche einmal eine ununterbrochenen Ruhezeit von mindestens 24 Stunden (ein freier Tag) im Anschluß an eine Nachtruhe gewährt wird.