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Muss das Herunter- bzw. Hinauffahren eines Schnelllauftores optisch oder akustisch einige Sekunden vorher angezeigt werden?

KomNet Dialog 2544

Stand:

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Beschaffenheit von Sicherheitseinrichtungen

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Frage:

Muss das Herunter- bzw. Hinauffahren eines Schnelllauftores optisch oder akustisch einige Sekunden vorher angezeigt werden. Der Mitarbeiter wollte mit seinem Flurförderzeug durch ein bereits, geöffnetes Tor fahren. Als er das Tor erreicht hatte, kam das Schnelllauftor runter und verletzte ihn leicht an der Schulter.

Antwort:

Ein optisches oder akustisches Warnsignal ist nicht erforderlich. Dennoch hätte es zu dem geschilderten Vorfall nicht kommen dürfen, da gemäß Ziffer 1.7 des Anhangs der Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit der Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) 11/1-5 an kraftbetätigten Toren die Quetsch- und Scherstellen bis zu einer Höhe von 2,50 m so gesichert sein müssen, dass die Bewegung der Türen und Tore im Gefahrfall zum Stillstand kommt. Nach den berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit BGR 232 - Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore (vormals ZH1/494) müssen bis zu einer Höhe von 2,50 m Einrichtungen vorhanden sein, die bei Berührung oder Unterbrechung durch eine Person die Bewegung zum Stillstand bringen. Dies können z.B. Schaltleisten, Kontaktschläuche oder Lichtschranken sein. Auch Kontaktmatten im Gefahrbereich können zuverlässig verhindern, dass ein Schnelllauftor schließt, während eine Person sich im Gefahrbereich aufhält. Zu beachten ist, dass neben den unmittelbaren Gefahren durch die Torbewegung auch Gefahren ausgelöst werden können, wenn sich Personen im Bereich der Tore aufhalten, die den Tormechanismus durch Näherung ungewollt und überrascht auslösen und durch ihr Schreckverhalten gefahrbringende Reaktionen auslösen. Daher sollte ein deutlich sichtbarer Warnhinweis zur automatischen Toransteuerung von beiden Zugangsseiten des Schnelllauftores angebracht werden. Der Unfall sollte zum Anlass genommen werden eine Gefährdungsbeurteilung im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung vorzunehmen, in der entsprechende Schutzmaßnahmen geprüft und festgelegt werden und darüber hinaus regelmäßige Prüfungen des Tores vorgesehen werden.