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KomNet-Wissensdatenbank

Darf ich als werdende Mutter in einem Wohnheim Sonn- und Feiertagsdienste machen?

KomNet Dialog 23384

Stand: 20.03.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Arbeitszeit- und Ruhepausenregelung

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Frage:

Ich bin schwanger und arbeite in einer Wohngruppe für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen. Die Arbeit beinhaltet Wochenenddienste und Rufbereitschaften. Am Wochenende ist man grundsätzlich alleine im Dienst. Darf ich in einem Wohnheim Sonn- und Feiertagsdienste machen?

Antwort:

Das Sonntagsarbeitsverbot ist im § 8 Mutterschutzgesetz (MuSchG) geregelt. Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot sind im Absatz 4 beschrieben:
"Im Verkehrswesen, in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen, im Familienhaushalt, in Krankenpflege- und in Badeanstalten, bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, anderen Schaustellungen, Darbietungen oder Lustbarkeiten dürfen werdende oder stillende Mütter, abweichend von Absatz 1, an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn ihnen in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird."

Unter den Begriff "übriges Beherbergungswesen" fallen nach gängiger Rechtsauffassung unter anderem alle Arten von Heim- und Wohneinrichtungen. Ob eventuell auch der Begriff "Krankenpflegeanstalt" zutrifft, kann von hier nicht beurteilt werden. Hierunter fallen u. a. Nervenkliniken und Anstalten, in denen Kranke versorgt werden, die der ständigen Aufsicht und Pflege bedürfen.

Jedenfalls dürfen Sie u. E. in der Wohngruppe entsprechend den Vorgaben des § 8 Abs.4 MuSchG auch sonntags beschäftigt werden. Letztlich entscheidet hierüber die zuständige Aufsichtsbehörde.

Weitere Informationen zum Thema können Sie dem vom Bundesfamilienministerium herausgegebenen Leitfaden zum Mutterschutz  entnehmen.