Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Darf mein Arbeitgeber mir kündigen, wenn ich noch stille?

KomNet Dialog 23236

Stand: 28.02.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Kündigungsschutz

Dialog
Favorit

Frage:

Da ich mein Kind stille, befinde ich mich auch nach der Mutterschutzfrist im generellen Beschäftigungsverbot (Mutterschutzgesetz). Darf mein Arbeitgeber im Beschäftigungsverbot kündigen oder besteht ein besonderer Kündigungsschutz?

Antwort:

Nach § 9 Mutterschutzgesetz besteht ein Kündigungsverbot gegenüber einer Frau während ihrer Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird.

Der Kündigungsschutz nach Mutterschutzgesetz besteht also nur in diesem Zeitraum. Wird über diesen Zeitraum hinaus gestillt und es besteht ein Beschäftigungsverbot nach § 6 Abs. 3 Mutterschutzgesetz, so gilt das Kündigungsverbot nicht mehr ( Stillzeit ist nicht gleichbedeutend mit Kündigungsschutz).

Häufig schließt sich an die Schwangerschaft und Entbindung die Elternzeit an, die bis zu drei Jahre nach der Entbindung andauern kann. Nach § 18 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, höchstens jedoch acht Wochen vor Beginn der Elternzeit, und während der Elternzeit nicht kündigen.

Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden soll auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens 90 Minuten gewährt werden. Die Arbeitszeit gilt als zusammenhängend, soweit sie nicht durch eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird (siehe auch § 7 Mutterschutzgesetz).