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Kann eine schwangere Kieferorthopädin (nur konservative Therapie) bei der Gefahr von "Stichverletzungen" an den Ligaturdrähten in der Patientenversorgung eingestzt werden?

KomNet Dialog 23177

Stand: 23.02.2015

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Darf eine schwangere, angestellte Kieferorthopädin in der konservativen Therapie (keine operativen Eingriffe, keine Lokalanästhesien) weiter in der Patientenversorgung beschäftigt werden? Hintergrund der Frage: im Verbandbuch der Praxis finden sich gelegentlich Einträge, die eine "Stichverletzung" an den Ligaturdrähten beschreiben.

Antwort:

Der Arbeitgeber muss rechtzeitig für jede Tätigkeit, bei der werdende oder stillende Mütter durch chemische Gefahrstoffe, biologische Arbeitsstoffe oder physikalische Schadfaktoren gefährdet werden können, die Gefährdungen beurteilen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen (Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz - MuSchArbV). So darf eine werdende Mutter unter anderem nicht beschäftigt werden, wenn sie bei ihrer Tätigkeit durch biologische Arbeitsstoffe gefährdet werden kann. Das heißt, sie darf keinen Kontakt zu potentiell infektiösem Material (Blut und sonstige Körpersekrete, menschliches Untersuchungsgut) haben.

Der direkte Kontakt zu diesem Material kann durch geeignete persönliche Schutzmaßnahmen (Handschuhe) unterbunden werden. Da die Schutzwirkung beim Umgang mit schneidenden und stechenden Werkzeugen nicht gewährleistet ist, darf eine werdende Mutter bei Injektionen, Punktionen und Operationen nicht assistieren. Auch die Entsorgung und Reinigung gebrauchter stechender und schneidender Werkzeuge ist wegen der Infektionsgefahr nicht erlaubt. Dadurch ergibt sich auch ein Beschäftigungsverbot am Patienten, wenn die Gefahr einer Stichverletzung an Ligaturdrähten besteht und dadurch infektiöses Material wie Blut oder Speichel in den Blutkreislauf der werdenden Mutter gelangen kann.

Infolge der vielfältigen gesundheitlichen Risiken in Zahnarztpraxen und kiefernorthopädischen Praxen empfiehlt sich in den meisten Fällen, die Umsetzung der werdenden Mutter auf einen anderen geeigneten Arbeitsplatz, im administrativen Bereich.
Ist eine Umsetzung nicht möglich oder zumutbar, so darf die werdende Mutter solange nicht beschäftigt werden, wie es zum Schutz ihrer Sicherheit und Gesundheit erforderlich ist.