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Darf eine Schwangere auf der reinen Seite der Sterilisation im Krankenhaus arbeiten, wenn dort ein Gassterilisator betrieben wird?

KomNet Dialog 14742

Stand: 14.10.2011

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

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Frage:

Darf eine Schwangere auf der reinen Seite der Sterilisation im Krankenhaus arbeiten,wenn dort ein Gassterilisator betrieben wird? Wenn nein,warum nicht? Darf eine Schwangere Magensonden legen und entfernen?

Antwort:

Auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung ist stets zu klären, ob bei einer Tätigkeit eine Gefährdung für die Schwangere oder das ungeborene Kind eintreten kann und welche Maßnahmen ggf. zu treffen sind.

Bei der Gassterilisation gemäß TRGS 513 "Begasungen mit Ethylenoxid und Formaldehyd in Sterilisations- und Desinfektionsanlagen" www.baua.de/trgs darf der Begasungsleiter begaste Güter erst freigeben, wenn durch geeignete Nachweisverfahren sichergestellt ist, dass keine Gefährdung mehr durch Begasungsmittel besteht.
Als geeigneter Nachweis kann die Überprüfung der Aufzeichnung des Druck- und Temperaturverlaufs des vollautomatischen Programmabschnitts der Gasdesorption am Registriergerät des Gas-Sterilisators im Vergleich zum validierten Prozeßablauf angesehen werden (TRGS 513 Ziffer 11 Abs. 2)

In dem Merkblatt "Werdende Mütter im Krankenhaus" unter www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16416/ wird dazu erläutert, dass im Krankenhaus u.a. Tätigkeiten, bei denen  mit schneidenden oder stechenden Gegenständen umgegangen wird wie z. B. Skalpellen oder Injektionsnadeln, die mit Blut, Serum, Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, Handschuhe als Schutzmaßnahme nicht ausreichen , weil ein Verletzungsrisiko weiterhin besteht. Unzulässig ist somit die Beschäftigung werdender oder stillender Mütter z. B.
- mit der Blutentnahme,
- mit Tätigkeiten im Labor, bei denen das Risiko des Kontaktes mit Blut besteht,
- in der Sterilisation auf der unsauberen Seite,
- bei Operationen,
- mit dem Verabreichen von Injektionen.

Unter dem Abschnitt "Sterilisation" wird in dem Merkblatt weiter erläutert:
"Werdende Mütter dürfen mit leichten Arbeiten auf der reinen Seite der Sterilisation beschäftigt werden. Als leichte Arbeit gelten z. B. das Sortieren der Nadeln in Nadelboxen und das Legen nicht zu großer Wäscheteile etc..
Bei längerer Beschäftigung in der Zentralsterilisation ist u. a. darauf zu achten, dass der Beurteilungspegel nicht über 80 dB(A) und die Temperatur nicht über 26 °C beträgt.

Die werdende Mutter darf mit krebserzeugenden Gefahrstoffen, z. B. Ethylenoxid, nicht beschäftigt werden, wenn sie diesen Stoffen bei bestimmungsgemäßem Umgang ausgesetzt ist. Das kann z. B. beim Entladen und beim Transport in den Entgasungsschrank der Fall sein."

Magensonden dürfen dann gelegt bzw. entfernt werden, wenn die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen sind und ein Verletzungsrisiko nicht besteht. Dieses ist ebenfalls mittels Gefährdungsbeurteilung abzuklären.

Auf die Informationen zum Mutterschutz unter www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/index.php weisen wir ebenfalls hin.