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KomNet-Wissensdatenbank

Ist die Bedienung des Smartphones (ca 1 Std/Tag) als Tätigkeit im Sinne der Bildschirmarbeitsplatzverordnung zu sehen?

KomNet Dialog 22731

Stand: 18.12.2014

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Rechts- und Auslegungsfragen (9.)

Dialog
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Frage:

Unser Betrieb nutzt zur Übermittlung von Arbeitsaufträgen an die im Außendienst tätigen Techniker Smartphones mit 10,85 cm großem Touchscreen und einer entsprechenden Software (App). Die Mitarbeiter erhalten über diese Geräte ihre Aufträge, bearbeiten diese und melden den Abschluss auch auf diesem Weg zurück. Materialbestellungen laufen ebenfalls über das System. Außerdem werden durch die zeitnahen Rückmeldungen reale Wegezeiten ermittelt, da die Tätigkeiten an ständig wechselnden Einsatzorten verrichtet werden. Die Anzahl der Aufträge variiert je nach Auftragsgröße und bewegt sich zwischen 1 und 10 je Arbeitstag. Die Auftragsbearbeitung mittels Smartphone nimmt ca. 1 Std. /Tag in Anspruch. Nun meine Frage: Ist die Bedienung des Smartphones als Tätigkeit im Sinne der Bildschirmarbeitsplatzverordnung zu sehen?

Antwort:

Die Bildschirmarbeitsplatzverordnung (BildscharbV) gilt für die Arbeit an Bildschirmgeräten, ausgenommen sind aber Bildschirmgeräte für den ortsveränderlichen Gebrauch, sofern sie nicht regelmäßig an einem Arbeitsplatz eingesetzt werden (§ 1 BildschArbV). Somit fällt die beschriebene Benutzung der Smartphones u. E. nicht in den Anwendungsbereich der Bildschirmarbeitsverordnung. Ein ausreichender Gesundheitsschutz muss daher im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden. In Frage kommen hier organisatorische bzw. verhaltensorientierte Maßnahmen.

Hilfestellung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung bietet die DGUV-Information 211-036 (bisher: GI/GUV-I 8704)"Belastungen und Gefährdungen mobiler IKT-gestützter Arbeit im Außendienst moderner Servicetechnik". In dieser Handlungshilfe wird beispielsweise empfohlen, die Smartphones nur für eingabe- und lesearme Aufgaben wie Terminübermittlungen zu verwenden. In der DGUV Information 215-410 (bisher: BGI 650)"Bildschirm- und Büroarbeitsplätze" wird in Bezug auf Smartphones ausgeführt, dass sie sich zum Verwalten von Terminen, Adressen und ggf. kurzen Notizen eignen. Außerdem können sie zum Nachschlagen von Informationen verwendet werden. Gemäß der DGUV-Information 211-036 kann als Richtwert für Tätigkeiten mit dem Smartphone eine Arbeitsdauer von 5 Minuten andauernder Tätigkeit akzeptiert werden.