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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es bei Bildschirmgeräten, speziell bei Notebooks, eine Mindestbildschirmgröße?

KomNet Dialog 19487

Stand: 02.10.2013

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Bildschirmarbeitsplätze > Bildschirmergonomie

Dialog
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Frage:

Ich bin in einer Firma mit im Einsatz befindlichen Notebooks beschäftigt. Diese werden arbeitstäglich mindestens 4 Stunden benutzt. Im Einsatz sind 14" Displays mit Office-Anwendungen, SAP, eigenen Softwareanwendungen.Teilweise werden 2 Bildschirme benötigt, um die Arbeitsaufgaben zu lösen. Deshalb gibt es noch 17" TFT-Bildschirme dazu. Ein großer Teil der Mitarbeiter arbeitet bei Mandanten vor Ort, deshalb Notebooks. Die Forderung nach größeren Bildschirmen für die Notebooks wird mit folgender Aussage abgelehnt: "Bildschirmgeräte müssen keine Mindestgröße von 15" haben. Dies folgt weder aus den gesetzlichen Bestimmungen noch aus den dazu erlassenen Verordnungen oder Unfallverhütungsvorschriften. Auch aus den Tatbestandsmerkmalen des "Stands der Technik" (§ 4 Nr. 3 ArbSchG) läßt sich keine zu verwendende Mindestgröße von Bildschirmen herleiten". Eine Gefährdungsbeurteilung liegt nicht vor, wird aber seit Jahren eingefordert. Was kann ich tun?

Antwort:

Es gibt tatsächlich keine gesetzliche Vorschrift, aus der man eine vorgeschriebene Mindestgrösse von 15 Zoll/38 cm Bildschirmdiagonale zwingend ableiten kann. Selbst die Bildschirmarbeitsverordnung - BildScharbV - schließt "Bildschirmarbeitsgeräte für den ortsveränderlichen Bereich" (Laptops) in § 1 "Anwendungsbereich" aus.

Selbstverständlich ist jeder Arbeitgeber nach § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - verpflichtet die Beurteilung der Arbeitsbedingungen mittels Gefährdungsbeurteilung schriftlich vorzunehmen. Dieser integrierte und kontinuierliche Prozess sollte immer in Zusammenarbeit von Unternehmensleitung, Mitarbeitern und deren Intressenvertretern, der Fachkraft für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizinern erfolgen.

Als Hilfestellung für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung empfiehlt sich in diesem Fall die VBG-Fachinformation, BGI 650"Bildschirm- und Büroarbeitsplätze". Hier können in Kapitel 7.2, Tabelle 6 die empfohlenen Bildschirmgrößen für die Systeme LCD und CRT entnommen werden.

Sollte sich ein Arbeitgeber grundsätzlich bezüglich der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung verweigern, besteht letztlich die Möglichkeit, sich an die zuständige Arbeitsschutzbehörde zu wenden. Eine auf Gesprächsbereitschaft und Kooperation basierende Lösung ist natürlich immer vorzuziehen.