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Welche Waschmaschinen sind für medizinische Einrichtungen, z.B. Arztpraxen, geeignet bzw. zulässig?

KomNet Dialog 21906

Stand: 20.10.2016

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

Dialog
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Frage:

In medizinischen Einrichtungen, wie Arztpraxen, werden Waschmaschinen und Wäschtrockner betrieben. Aus Arbeitsschutzgründen werden Haushaltsgeräte durch die Aufsichtsbehörden beanstandet. Welche Geräte sind geeignet und gibt es Quellenangabe, in denen diese Bestimmungen/Regelungen festgelegt sind?.

Antwort:

Hier ist keine Liste geeigneter Geräte bekannt.

Es gibt auch keinen "Goldstandard" für die Behandlung von Praxiswäsche, bei dessen Anwendung man immer "auf der sicheren Seite" liegt. Es wird deshalb empfohlen, jeden Anwendungsfall als Einzelfall im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gem. § 4 der Biostoffverordnung/BiostoffV zu betrachten. Hier muss der Arbeitgeber die betriebsspezifische (also z.B. nach Art der Praxis und therapeutischem Spektrum unterschiedliche) Gefährdung der Beschäftigten durch biologische Arbeitsstoffe (hier: kontaminierte Wäsche) unter Berücksichtigung von Art der Tätigkeiten, der Betriebsabläufe, der Arbeitsverfahren usw. überprüfen und die notwendigen Maßnahmen festlegen. Dementsprechend kan im Einzelfall  das Waschen in einer Haushaltswaschmaschine mit geeigneten Waschmitteln angemessen sein, aber auch das Sammeln benutzter Wäsche gem. TRBA 250 und die Vergabe an eine externe Wäscherei.

Hinweise über geeignete Maschinen ergeben sich aus den folgenden Veröffentlichungen:

Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (Stand: 31. August 2013) http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Desinfektionsmittel/Desinfektionsmittelliste.pdf?__blob=publicationFile Nr. 3 "Besondere Verfahren" Seite 7.
http://www.ihph.de/vah-online/uploads/PDF/FragenundAntworten.pdf " "Fragen und Antworten zu Maßnahmen der Antiseptik und der chemischen Desinfektion", Seite 29 "Waschen von DRK Einsatzkleidung". Dort sind Anforderungen definiert, die eine Industriewaschmaschine erfüllen können muß.

TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege"
5.1.2 (3) Kontaminierte Wäsche darf vor dem Waschen nicht sortiert werden. Der gefüllte Wäschesack ist ungeöffnet einem geeigneten Waschverfahren zuzuführen.

Aus der Überwachungstätigkeit der Arbeitsschutzbehörden ist bekannt, daß die "normale Praxiskleidung" von Zahnärzten häufig zuhause gewaschen wird. Die entsprechende Festlegung finden Sie hier: http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/za/hygieneplan/hygieneleitfaden.pdf  Nr. 12 "Praxiswäsche" im Punkt "Aufbereitung textiler Praxiskleidung und sonstiger Textilien": "Im Allgemeinen kann die Aufbereitung der Wäsche mit Haushaltsmitteln in Haushaltswaschmaschinen im sogenannten Kochwaschgang erfolgen (thermisches Waschverfahren)." Die Trocknung der Wäsche sollte dann in Trocknern erfolgen, da die Wäsche bei einer langsamen Trocknung wieder verkeimt werden könnte.
Zu beachten ist, daß sich die Wäsche in einem geeignetem Waschsack befinden soll. Das hat den Sinn, die Gummidichtung der Einfüllöffnung nicht zu kontaminieren. Nach dem Waschgang ist die Gummidichtung dann noch mit einem Flächendesinfektionsmittel zu desinfizieren.
Die Wahl des Waschmittels ist kritisch. Es ist ein Waschmittel zu verwenden, daß in einer Industriewaschmaschine bei 40°-Temperatur die Wäsche steril werden läßt. In einer Haushaltswaschmaschine ist die Temperatur dann unbedingt auf 60 °C zu erhöhen.
In dem o.g. Hygieneleitfaden befinden sich weitere einzuhaltende Randbedinguungen.

Die Regelung für Zahnärzte wird häufig für die Praxiswäsche von Hausärzten angewendet, solange es nicht durch besondere Umstände erforderlich wird, weitergehende Maßnahmen durchzuführen.

In Praxen, in denen ambulante Operationen durchgeführt werden, wird empfohlen, für sterile Kittel Einwegwäsche zu verwenden.
Grundsätzlich können solche Praxen ihre Wäsche auch von zertifizierten Wäschereien waschen lassen, dabei verhindern die geringen Mengen an Wäsche häufig, daß Wäschereien den Waschauftrag annnehmen.

Zusammenfassend wird empfohlen, das Gespräch mit den zuständigen Aufsichtsbehörden zu suchen und die erforderlichen Maßnahmen in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden festzulegen.