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KomNet-Wissensdatenbank

Sind Überzieher-Sicherheitsschuhe zulässig?

KomNet Dialog 21267

Stand: 04.06.2014

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Anforderungen und Eigenschaften von PSA

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Frage:

Derzeit werden temporäre Sicherheitsschuhe, auch Überzieher-Sicherheitsschuhe genannt, im Handel angeboten. Sind solche Schuhe zulässig?

Antwort:

Überzieher-Sicherheitsschuhe zählen zu den persönlichen Schutzausrüstungen i. S. d. 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen auf dem Markt - 8. ProdSV). Persönliche Schutzausrüstungen dürfen nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn sie den Anforderungen der 8. ProdSV genügen.

Dem Einsatz von Überzieher-Sicherheitsschuhen steht aus hiesiger Sicht daher nichts entgegen, wenn diese den Anforderungen der 8. ProdSV genügen. Das bedeutet im konkreten Fall, dass, wenn die Überzieher-Sicherheitsschuhe z. B. den Anforderungen der hier einschlägigen DIN EN ISO 20345 genügen, diese auf dem Markt bereitgestellt werden dürfen und damit grundsätzlich "zulässig" sind.

Hinweise:
Für welches Einsatzgebiet diese Überzieh-Sicherheitsschuhe jeweils verwendet werden dürfen, hat der Arbeitgeber im Einzelfall im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG - i. V. m. der PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV, unter Berücksichtigung des berufsgenossenschaftlichen Regelwerkes, wie z. B. der BGV A1"Grundsätze der Prävention", der BGR 191"Benutzung von Fuss- und Knieschutz", der BGI 515"Persönliche Schutzausrüstungen" und der Gebrauchsanleitung des Herstellers der Überzieh-Sicherheitsschuhe zu ermitteln und eigenverantwortlich zu entscheiden.

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist gemäß § 6 ArbSchG ausreichend zu dokumentieren. Bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung wird der Arbeitgeber durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsarzt unterstützt.