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Welche wesentlichen Inhalte muss der Bericht des Gefahrgutbeauftragten enthalten?

KomNet Dialog 20866

Stand: 10.04.2014

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Gefahrgutbeauftragte

Dialog
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Frage:

Welche wesentlichen Inhalte muss der Bericht des Gefahrgutbeauftragten enthalten? Hintergrund: Wir sind ein weitverzweigtes Unternehmen, in dem die Abteilungen dezentral Gefahrstoffe bestellen. U.E ist nicht möglich, die Gefahrklassen und Mengen aller ins Haus kommenden Gefahrstoffe zu erfassen. Reicht es aus, die Gefahrklassen und Mengen der von uns beauftragten Gefahrguttransporte (Abfälle) zu erfassen?

Antwort:

Für Unternehmen, denen ausschließlich Pflichten als Empfänger zugewiesen sind, gelten die Vorschriften der Gefahrgutbeauftragtenverordnung - GbV  gemäß § 2 Nr. 3 nicht.

In § 8 Abs. 5 der GbV finden sich die Angaben, die ein Jahresbericht mindestens enthalten muss.

1. Art der gefährlichen Güter unterteilt nach Klassen,
2. Gesamtmenge der gefährlichen Güter in einer der folgenden vier Stufen:

a) bis 5 Tonnen,
b) mehr als 5 Tonnen bis 50 Tonnen,
c) mehr als 50 Tonnen bis 1 000 Tonnen,
d) mehr als 1 000 Tonnen,

3. Zahl und Art der Unfälle mit gefährlichen Gütern über die ein Unfallbericht nach Unterabschnitt 1.8.3.6 ADR/ RID/ADN erstellt worden ist,
4. sonstige Angaben, die nach Auffassung des Gefahrgutbeauftragten für die Beurteilung der Sicherheitslage wichtig sind, und
5. Angaben, ob das Unternehmen an der Beförderung gefährlicher Güter nach Abschnitt 1.10.3 ADR/RID/ADN oder 1.4.3 IMDG-Code beteiligt gewesen ist.


Fazit:
Die Gefahrgüter, die unter die Befreiungen nach § 2 GbV fallen (u. a. Gefahrgüter, die lediglich von Ihnen empfangen werden), müssen nicht im Jahresbericht aufgeführt werden. Für die Erfassung aller anderen Gefahrgüter im Jahresbericht gelten die Vorgaben aus § 8 Abs. 5.