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Welche Beschäftigungsverbote in einer stationären Wohngruppe gelten für mich als Schwangere mit fehlendem Masernschutz?

KomNet Dialog 19124

Stand: 05.08.2013

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Beschäftigungsverbote und -beschränkungen

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Frage:

Ich arbeite als Teamleitung in einer stationären Wohngruppe. Bei mir gibt es zurzeit Unklarheiten bezüglich meines Masernschutzes, was nun von der Arbeitsmedizin geklärt wird. Nun habe ich im Mutterschutzgesetz gelesen, dass es bei fehlendem Masernschutz ein generelles Beschäftigungsverbot für den Umgang mit Kindern unter 6 Jahren gibt. Und ein befristetes bei Ausbruch der Krankheit bei Umgang mit Kindern ab dem 7. Lebensjahr. Ein Zusatz spricht jedoch auch von einem generellen Beschäftigungsverbot beim Umgang mit Kindern/Jugendlichen bis 18 Jahre für die Arbeit in Kinderheimen/Behindertenheimen. Ich würde nun gerne wissen, wie sich der Altersunterschied begründet, da die Ansteckungsgefahr doch altersunabhängig ist, und ob eine stationäre Wohngruppe den gesetzlichen Regelungen für ein Kinderheim gleichzustellen ist?

Antwort:

Nach § 1 Abs. 1 der Verordnung  zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber verpflichtet eine rechtzeitige individuelle Beurteilung der Arbeitsbedingungen und Tätigkeit den Sie durchführen vorzunehmen. Dies bedeutet, dass abhängig von der Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung auch Ihr Immunschutz für bestimmte Erkrankungen überprüft werden muss.

Ob ein sicherer Immunschutz vorhanden ist oder nicht, kann nur eine Ärztin/ein Arzt – in diesem Fall Ihr Betriebsarzt –bzw. Ihre Betriebsärztin beurteilten. Anamnestische Angaben gegenüber erfolgten Impfungen und stattgehabten Erkrankungen reichen nicht aus. Es müssen entweder in dem Impfpass dokumentierten Impfdosen (nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission/STIKO zur Immunisierung) oder ein dokumentierter Antikörpernachweis (spezifische IgG) vorliegen.

Masern sind eine hochansteckende Krankheit. Eine durchgemachte Erkrankung bzw. eine regelrecht durchgeführte Grundimmunisierung hinterlässt einen (lebens)langen und protektiven Immunschutz. Alle, die gegen Masern immun sind, können nicht mehr erkranken. Die Durchseuchungsrate (Schutz vor Masern durch früher gehabte Masern oder Impfungen) der Bevölkerung ist altersabhängig, d. h. mit zunehmendem Alter steigt auch die Durchseuchungsrate an. Mehr darüber können Sie im Epidemiologischen Bulletin 32/2010 des Robert-Koch-Instituts (RKI) nachlesen.

Nach der Schuleingangsuntersuchung im Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2011 waren 97,7% der Kinder einmal und 94,1% zweimal geimpft! Die altersabhängige Durchseuchung wird sowohl in der Gefährdungsbeurteilung als auch bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen berücksichtigt - deswegen die unterschiedliche altersabhängige Empfehlung.

Bei fehlendem Immunschutz müssen Schutzmaßnahmen festgelegt werden (Betriebsarzt), wobei die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen zu beachten ist! Eine Umsetzungsmöglichkeit ohne Kinderkontakt ist zu prüfen. Wenn dies nicht möglich ist, soll ein generelles Beschäftigungsverbot für nichtimmune (seronegative) Schwangere ausgesprochen werden. Schwangere mit einem sicheren Immunschutz dürfen weiterarbeiten.

Einzelheiten über die Beschäftigung von Schwangeren beim beruflichen Umgang mit Kindern können sie der Broschüre „Mutterschutz beim beruflichem Umgang mit Kindern“ entnehmen.

Weitere umfangreiche Informationen zum Mutterschutz finden Sie auf den Seiten des Arbeitsschutzportals NRW unter dem Link: http://www.arbeitsschutz.nrw.de/themenfelder/mutterschutz/index.php