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KomNet-Wissensdatenbank

Darf eine werdende Mutter mit einem IPL-Gerät zur Haarentfernung arbeiten?

KomNet Dialog 18690

Stand: 06.06.2013

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Darf ich als schwangere Frau Kunden mit dem IPL-Gerät zur Haarentferung behandeln? Oder müsste ich ein Beschäftigungsverbot bekommen?

Antwort:

IPL-Geräte erzeugen kurze, energiereiche Lichtimpulse und werden häufig zur Haarentfernung eingesetzt. Eine Schädigung des ungeborenen Kindes durch IPL-Geräte kann ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich gilt folgendes:

Der § 5 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu beurteilen, Gefährdungen zu ermitteln und die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen. Nach § 1 der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsbedingungen der werdenden oder stillenden Mütter rechtzeitig hinsichtlich Art, Ausmaß und Dauer einer möglichen Gefährdung zu beurteilen. Die Beurteilung ist für jede einzelne Tätigkeit vorzunehmen, bei der werdende oder stillende Mütter durch chemische Gefahrstoffe, biologische Arbeitsstoffe oder physikalische Schadfaktoren gefährdet werden können. Hierbei wird der Arbeitgeber durch den Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützt.

Zweck der umfassenden Risikobeurteilung ist es, alle Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der werdenden Mutter oder der des Kindes im Mutterleib sowie alle Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Stillzeit der betroffenen Arbeitnehmerinnen abzuschätzen und die Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Für die Risikobeurteilung gelten die "Leitlinien für die Beurteilung der chemischen, physikalischen und biologischen Agenzien sowie der industriellen Verfahren, die als Gefahrenquelle für Gesundheit und Sicherheit von schwangeren Arbeitnehmerinnen, Wöchnerinnen und stillenden Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz gelten (Richtlinie des Rates 92/85/EWG).

Maßnahmen aufgrund der Gefährdungsbeurteilung:
Ist mit einer Gefährdung der Sicherheit oder Gesundheit der werdenden Mutter oder mit negativer Auswirkung auf das ungeborene Kind zu rechnen, sieht § 3 der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz abgestufte Maßnahmen zum Schutz der werdenden oder stillenden Mutter vor. Zunächst ist zu prüfen, ob die Gefährdung durch eine Umgestaltung der Arbeitsbedingungen behoben werden kann. Ist die Umgestaltung der Arbeitsbedingungen oder ggf. der Arbeitszeiten unter Berücksichtigung des Standes der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstiger gesicherter arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse nicht möglich oder wegen des nachweislich unverhältnismäßigen Aufwandes nicht zumutbar, ist die Arbeitnehmerin auf einen anderen Arbeitsplatz umzusetzen.
Ist der Arbeitsplatzwechsel nicht möglich oder nicht zumutbar, dürfen werdende oder stillende Mütter solange nicht beschäftigt werden, wie dies zum Schutz ihrer Sicherheit und Gesundheit erforderlich ist.