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Kann die Unterweisung an Automatisierten Defibrillatoren nach BGI-5163 alle 2 Jahre erfolgen oder ist im Schadensfall mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen?

KomNet Dialog 17825

Stand: 05.08.2015

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Arbeitsschutzorganisation, Arbeitsschutzmanagement > Einweisung, Unterweisung

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Frage:

In der BGI-5163 "Automatisierte Defibrillatoren" ist für die Benutzung der Geräte durch Ersthelfer eine mindestens jährliche Unterweisung vorgesehen. Die Fortbildung der Ersthelfer erfolgt alle 2 Jahre. Kann die Unterweisung nach BGI-5163 auch alle 2 Jahre erfolgen oder ist im Schadensfall mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen?

Antwort:

In der DGUV Information 204-010 (bisher BGI/GUV I 5163) "Automatisierte Defibrillation im Rahmen der betrieblichen Ersten Hilfe"  heißt es zur Unterweisung der Mitarbeiter (vgl. Ziffern 2.2.2 und 2.2.3):

"(...) müssen die Ersthelfer in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich, an dem betreffenden AED im Betrieb unterwiesen werden. Diese Unterweisungen sind schriftlich zu dokumentieren."

"Im Rahmen der jährlichen Unterweisung über Erste Hilfe im Betrieb (§ 4 DGUV Vorschrift 1) sind die Mitarbeiter auch über die Standorte der AED und die Erreichbarkeit der Ersthelfer zu informieren."

Daher ist im Schadensfall u. E. mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen, da wie beschrieben der jährliche Zyklus der Unterweisung einerseits auf eine Unfallverhütungsvorschrift - die DGUV Vorschrift 1"Grundsätze der Prävention" zurückzuführen ist und andererseits der Sinn der Unterweisung auch ist, über die Standorte der AED und die Erreichbarkeit der Ersthelfer zu informieren und hierfür der 2-Jahres-Zyklus zu lang sein kann. Eine letztlich verbindliche Auskunft hierzu sollte von dem zuständigen Unfallversicherungsträger eingeholt werden.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zur Thematik bietet auch der Fachbereich "Erste Hilfe" der DGUV.