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Dürfen bei Havarien (z.B. Leckagen von größeren Mengen an Gefahrstoffen) Mitarbeiter Halbmasken aufsetzen, obwohl sie keiner Vorsorgeuntersuchung (G26) unterzogen wurden?

KomNet Dialog 17497

Stand: 06.12.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Im Normalbetrieb ist in der Produktion das Tragen einer Gasmaske nicht notwendig, da geschlossene Systeme vorhanden sind. Meine Frage: Dürfen bei Havarien (z.B. Leckagen von größeren Mengen an Gefahrstoffen) die Mitarbeiter Halbmasken aufsetzen, die hier für solche Fälle bereitgehalten werden, obwohl sie keiner Vorsorgeuntersuchung (G26) unterzogen wurden? Schulungen gem. BGR 190 finden auch nicht statt. Welche Vorgehensweise wäre hier sinnvoll.

Antwort:

Der Arbeitgeber hat gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, um hierbei die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundene Gefährdung zu ermitteln und festzulegen, welche Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Anscheinend ist in Ihrem Betrieb im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgestellt worden, dass an den geschlossenen Systemen Leckagen auftreten können. Für diese Fälle werden für die Mitarbeiter Halbmasken bereit gehalten.

Nach § 3 der PSA-Benutzungsverordnung hat der Arbeitgeber die Beschäftigten zu unterweisen, wie die persönlichen Schutzausrüstungen (hier die Halbmasken) sicherheitsgerecht benutzt werden. Soweit erforderlich, hat er eine Schulung durchzuführen. Diese allgemeine Regelung wird durch die Berufsgenossenschaftliche Regel BGR/GUV-R 190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" präzisiert. Unter Ziffer 3.2.4.4 wird dort ausgeführt, dass der Arbeitgeber (Unternehmer) für die Nutzung von Atemschutzgeräten zur Flucht oder Selbstrettung sowohl theoretische Unterweisungen als auch praktische Übungen durchzuführen hat.

Gemäß Anhang 3 der BGR/GUV-R 190 ist eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung "nicht vorgesehen für die Verwendung von Fluchtgeräten und Kurzzeitgeräten für leichte Arbeit unter 3 kg, soweit sie zur Flucht oder leichter
Arbeit eingesetzt werden.
"